PfadnavigationHomeWirtschaftAI WELT SummitDeutschlands finale Chance auf den Jahrtausend-TrendVeröffentlicht am 26.09.2025Lesedauer: 6 MinutenQuelle: Getty Images/Moment RF/Krongkaew; Montage: Infografik WELTDeutschland und Europa scheinen bei Megatrend Künstliche Intelligenz abgeschlagen. Dabei wäre insbesondere die Bundesrepublik prädestiniert für die KI-Revolution. Auf dem AI WELT Summit versuchen Politiker, Investoren und Topmanager, den Standort D doch noch zum Profiteur zu machen.Es war ein großes Ziel, das Bundeskanzler Friedrich Merz bei seiner Rede im Bundestag formulierte: „Wir wollen an der technologischen Spitze stehen“, sagte der Kanzler bei der zweiten Generaldebatte des Bundestages. Treffender hätte er den Auftakt zum heutigen KI-Gipfel kaum einleiten können. Gleichzeitig wirkt dieses Ziel geradezu utopisch. Denn im Rennen um die ökonomische und technologische Vorherrschaft sind Deutschland und Europa ins Hintertreffen geraten. Die technologische Revolution durch die künstliche Intelligenz (KI) hat daran bisher nichts geändert – im Gegenteil: Der Abstand zu Vorreitern wie den USA und China, die mit Systemen wie ChatGPT, Gemini oder Deepkseek die Welt disruptieren und ganze Branchen umwälzen, scheint immer größer zu werden. Zumal Deutschland bereits im vergangenen Jahr aus dem Rennen um ein eigenes KI-Modell ausgeschieden ist. Mit dem französischen Start-up Mistral AI hat Europa nur noch einen Hoffnungsträger, der es dem Kontinent erlaubt, eigenständig mitzumischen. Lesen Sie auchIn dieser kritischen Lage kommen die für Digitales führenden Wirtschaftsgrößen, Politiker und Finanzexperten zum AI WELT Summit in Berlin zusammen, um die relevantesten Fragen und Lösungen zu diskutieren: Was können Politik und Wirtschaft tun, um Deutschland auf das richtige Gleis zu setzen? Auf welche Stärken sollten Deutschland und Europa setzen und welche regulatorischen und ökonomischen Hindernisse müssen dafür aus dem Weg geräumt werden? Wie kann insbesondere die jüngere Generation das richtige Mindset entwickeln, um sich in einer KI-geprägten Welt zu behaupten? Und hat Europa überhaupt den notwendigen Finanzmarkt, um im Milliardenspiel eine Chance zu haben?Insbesondere Deutschland wäre eigentlich prädestiniert für die KI-Revolution. Dank der breiten industriellen Basis verfügt das Land über das notwendige Know-how und über eine große Datenbasis. Beides bildet das ideale Fundament für den Aufbruch in die KI-Ökonomie. Doch stattdessen gerät die in vielen Branchen bisher führende Industrienation immer weiter ins Hintertreffen. Die Börsenentwicklung spiegelt das. Die Finanzmarktstärke der deutschen Aktien hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten halbiert. Deutschland ist damit an der Börse marginalisiert worden. Mittlerweile sind alle deutschen Börsenkonzerne zusammen weniger wert als Nvidia, Microsoft, Apple oder Alphabet jeweils allein auf die Waage bringen. Und unter den Top 100 der nach Börsenwert größten Firmen der Welt finden sich mit SAP und Siemens gerade noch zwei deutsche Konzerne. Doch in einer Welt, in denen hunderte Milliarden Dollar in die KI-Infrastruktur gesteckt werden, ist Größe ein zentraler Wettbewerbsvorteil. Lesen Sie auchSelbst die kleine Hoffnungs-Rallye zu Jahresbeginn, als das geplante deutsche Sondervermögen zum Aufbau von Infrastruktur und Verteidigung Investoren weltweit elektrisierte, hat sich längst wieder verflüchtigt. Deutsche Aktien machen an der weltweiten Marktkapitalisierung nur noch 2,1 Prozent aus, obwohl Deutschland am weltweiten Bruttoinlandsprodukt ein Gewicht von rund vier Prozent hat. Entsprechend schlecht ist es um die Stimmung der Unternehmen bestellt. Der ifo-Index, der die aktuelle Situation und die Erwartungen der Firmen in Deutschland misst, brach im September wegen der anhaltend schwachen Aussichten unerwartet ein. Lesen Sie auch