Gut möglich, dass Sushila Karki mit einer späten Karriere dieser Art nicht gerechnet hat. Die 73-jährige Juristin aus Nepal ist Mitte September ins Amt der Premierministerin katapultiert worden. Und das hat vor allem damit zu tun, dass eine ganze Generation im Himalaja-Staat hohe Erwartungen in sie setzt: Nepals Jugend hat gerade den Aufstand geprobt, weil sie Korruption und Nepotismus satthat; weil sie soziale Gerechtigkeit einfordert in einem Land, dessen Demokratie noch jung und labil ist und in dem der Reichtum sehr ungleich verteilt ist.