Es geht um Krieg und Frieden. Ums Klima. Auch um künstliche Intelligenz. Am Ende dieser New Yorker Woche aber, wenn Deutschlands Außenminister Johann Wadephul Dutzende Kollegen getroffen, etliche diplomatische Empfänge absolviert, zahllose Beratungen hinter sich gebracht, vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen gesprochen und zwischendurch noch einen Abstecher nach Berlin gemacht haben wird, dreht es sich dann doch wieder um diese zwei Zahlen. 129 und 150. 129 – so viele Stimmen benötigt ein Staat, der als nicht ständiges Mitglied in den Sicherheitsrat gewählt werden will. 150– so viele Länder haben Palästina als Staat anerkannt. Bis zum Ende dieser Woche dürften einige hinzukommen. Deutschland, so viel ist sicher, wird nicht dabei sein.

Was die eine mit der anderen Zahl zu tun haben könnte, ist die Frage, die Johann Wadephul bei seiner ersten UN-Generalversammlung als Außenminister mit sich herumschleppen wird. Als erster Christdemokrat im Amt seit Jahrzehnten ist er es gewohnt, dem Bundeskanzler auf der Weltbühne den Vortritt zu überlassen, und wo eher als hier in New York würde es sich anbieten? Donald Trump kommt, Emmanuel Macron sowieso. Recep Tayyip Erdoğan, Lula da Silva und Giorgia Meloni werden ebenfalls da sein. 152 Staats- und Regierungschefs haben sich angekündigt zur Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNGA). Alljährlich im September erfüllt sie immer auch eine Funktion als Klubtreffen der Mächtigen. Da fällt auf, wenn einer fehlt. Friedrich Merz spricht zwar am Mittwoch tatsächlich in der Generaldebatte, allerdings der des Bundestages.