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en in Deutschland noch wenig bekannten neuen polnischen Präsidenten Karol Nawrocki stellt man am besten vor als zentralen Darsteller in einem europäischen Trauerspiel. Das Drama handelt von zwei europäischen Nationen, die eine große Verantwortung tragen. Deutschland und Polen könnten zusammen mit Frankreich in einer Welt der Autokraten das politische Zentrum der europäischen Selbstbehauptung bilden. Sie müssten zeigen, dass es mit vereinten Kräften möglich ist, dem russischen Gewaltherrscher Wladimir Putin die Stirn zu bieten. Vom Antrittsbesuch des polnischen Präsidenten müsste zwingend ein solches Signal ausgehen. Karol Nawrocki aber kommt hauptsächlich als Überbringer einer Rechnung in Höhe von wohl 1,3 Billionen Euro. Er wolle erneut die Forderung nach Reparationen auf den Tisch legen, hat er vor seiner Reise wissen lassen. Bezeichnend ist, dass weder nach dem Gespräch mit dem Bundespräsidenten noch mit dem Kanzler eine Pressekonferenz geplant ist.








