Als Owen Cooper im vergangenen März nach dem Wochenende, an dem das gefeierte Drama „Adolescence“ erstmals bei Netflix abrufbar gewesen war, in seine Schule in Warrington zurückkehrte, bekam er einen ersten Vorgeschmack auf etwas, an das er sich jetzt wohl wird gewöhnen müssen: Mitschüler, vor allem jüngere, umringten ihn in den Pausen, manche rannten auch nur einfach auf ihn zu, riefen seinen Namen und rannten wieder weg. Cooper war – über Nacht, wie man so sagt – zu einem Star geworden. Dieser erste Schultag sei schon „ein bisschen irre“ gewesen, erzählte Cooper später in einem New-York-Times-Gespräch.
Irre, und zwar irre gut, fanden alle die darstellerische Leistung des damals 14-Jährigen als mordverdächtiger Schüler Jamie. Immer wieder betonten die euphorischen Kritiken, dass er vorher noch nie professionell vor der Kamera gestanden und die komplizierten Drehs in einem einzigen Kamera-Take beeindruckend gemeistert habe. „Er hat mich einfach total umgehauen“, sagte auch „Adolescence“-Regisseur Philip Barantini über Owen Cooper. „Schauspieler trainieren jahrelang und beherrschen nie ganz das, was Owen kann, nämlich einfach nur im Moment zu leben, zuzuhören und authentisch zu sein.“ Stephen Graham, der Jamies Vater spielt, nannte besonders die dritte Folge, ein langes Gespräch des Jungen mit einer forensischen Psychologin, „eine Meisterleistung“, „nuanciert, detailreich, komplex und präzise“, gerade für einen so jungen Schauspieler.











