PfadnavigationHomePolitikDeutschlandKommunalwahl in NRWCDU klar vorn – AfD verdreifacht Ergebnis – Grüne stürzen abVeröffentlicht am 15.09.2025Lesedauer: 4 MinutenDie CDU bleibt bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen trotz leichter Rückgänge klar die stärkste Kraft. Zu den Gewinnern gehört aber auch die AfD. Die Grünen mussten erhebliche Einbußen hinnehmen.Bei der Kommunalwahl in NRW wird die CDU mit 33,3 Prozent stärkste Partei. Die SPD verliert und ist mit 22,1 Prozent zweitstärkste Kraft. Deutlich hinzugewonnen hat die AfD.Die CDU hat sich nach dem vorläufigen Endergebnis bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen als stärkste Kraft klar behauptet. Die Christdemokraten kommen demnach auf 33,3 Prozent und liegen damit einen Prozentpunkt hinter dem Ergebnis von 2020. Die Partei erreicht demnach ihr schlechtestes Ergebnis seit Gründung des Bundeslandes im Jahr 1946. Lesen Sie auchAlle Ereignisse und Reaktionen zur Kommunalwahl lesen Sie in unserem Liveticker.Zweitstärkste Kraft wurde die SPD, die auf 22,1 Prozent kommt und damit ebenfalls ihr schlechtestes Kommunalwahlergebnis seit 1946 eingefahren hat. Im Vergleich zu 2020 müssten die Sozialdemokraten noch einmal Einbußen von 2,2 Prozentpunkten hinnehmen.AfD legt im Westen massiv zu – Grüne stürzen abStark im Aufwind im Westen ist die AfD. Sie kann in NRW ihr Ergebnis fast verdreifachen und kommt auf 14,5 Prozent. 2020 lag die Partei bei 5,1 Prozent. Wie bereits bei der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar zieht die AfD damit an den Grünen vorbei.Die Grünen verlieren 6,5 Prozentpunkte und kommen nur noch auf 13,5 Prozent der Stimmen. 2020 hatte die Partei mit 20 Prozent ihr bestes Kommunalwahlergebnis erzielt.Für die FDP stimmten 3,7 Prozent. Das ist ein Minus von zwei Punkten im Vergleich zur vorangegangenen Kommunalwahl (2020: 5,6 Prozent). Die Linke liegt mit 5,6 Prozent über ihrem Ergebnis von 2020, als sie auf 3,8 Prozent kam.Die Wahlbeteiligung lag mit 56,8 Prozent höher als bei der Kommunalwahl 2020 (51,9 Prozent).Wüst besorgt wegen starker AfDNordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) reagierte besorgt auf die deutlichen Zugewinne der AfD. „Dieses Ergebnis muss uns zu denken geben, kann uns auch nicht ruhig schlafen lassen. Selbst meine Partei nicht, die diese Wahl so klar gewonnen hat“, sagte Wüst im ARD-„Bericht aus Berlin“.Der Generalsekretär der CDU in Nordrhein-Westfalen, Paul Ziemiak, bewertete das Ergebnis seiner Partei als großen Erfolg. „Wir haben als CDU NRW diese Wahl klar gewonnen“, sagte Ziemiak. Das Abschneiden der AfD habe er „zum Teil befürchtet“. Er gehe davon aus, dass die AfD vor allem in früheren SPD-Hochburgen zugelegt habe.Der NRW-Landeschef der AfD, Martin Vincentz, erklärte: „Die ersten Auszählungen zeigen es deutlich: NRW möchte weniger ‚Weiter so‘ und mehr AfD – viel mehr!“ Die Kommunalwahl sei mehr als eine reine Abstimmung über Bürgermeister, Stadträte und Kreistage. „Sie war eine Volksabstimmung über die Richtung unseres Landes. Und wer den Wählerwillen ignoriert, wird von den Wählern abgestraft.“NRW-Kommunalwahl auch Stimmungstest für den Bund Die Kommunalwahl im einwohnerstärksten Bundesland ist die letzte große Wahl in diesem Jahr in Deutschland. Die Abstimmung gilt als erster politischer Stimmungstest für die schwarz-rote Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) nach der vorgezogenen Bundestagswahl im vergangenen Februar. NRW hat mehr Wahlberechtigte als alle ostdeutschen Bundesländer zusammen.Fast 14 Millionen WahlberechtigteRund 13,7 Millionen Bürger waren zu den Kommunalwahlen im bevölkerungsstärksten Bundesland aufgerufen. Sie konnten darüber abstimmen, wer in den nächsten fünf Jahren die politischen Entscheidungen in ihren Wohnorten treffen soll. Gewählt wurden auch Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte. Seit 1999 hat die CDU bei Kommunalwahlen in NRW regelmäßig landesweit die meisten Stimmen geholt.Keine SperrklauselIm Gegensatz zur Bundestags- oder Landtagswahl gibt es bei den Kommunalwahlen in NRW für Stadt- und Gemeinderäte sowie Kreistage keine Sperrklausel. Lediglich für die Wahlen zum Ruhrparlament sowie zu den Bezirksvertretungen der kreisfreien Städte gilt eine 2,5-Prozent-Hürde.Stichwahlen am 28. SeptemberWenn bei den Wahlen zu Oberbürgermeistern, Bürgermeistern oder Landräten keiner der Bewerber oder Bewerberinnen im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen erhält, gehen die beiden Bestplatzierten am 28. September in eine Stichwahl. Hier reicht dann eine einfache Mehrheit zum Sieg. Wahlberechtigt bei Kommunalwahlen in NRW sind Deutsche sowie Staatsangehörige der übrigen EU-Mitgliedstaaten, die am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sind. In den vergangenen Tagen und Wochen hatten zahlreiche Wahlberechtigte bereits per Briefwahl abgestimmt.dpa/rct