Laut vorläufigem Landesergebnis erreichte die CDU in den Stadträten und Kreistagen 33,3 Prozent (2020: 34,3 Prozent). Die SPD kam auf 22,1 Prozent (2020: 24,3 Prozent), wie die Landeswahlleiterin im Internet mitteilte. Die AfD holte 14,5 Prozent (2020: 5,1 Prozent), die Grünen bekamen 13,5 Prozent (2020: 20,0 Prozent).

Die Linke kam auf 5,6 Prozent (2020: 3,8 Prozent) und die FDP auf 3,7 Prozent (2020: 5,6 Prozent).

Die Wahlbeteiligung lag laut Landeswahlleiterin bei 56,8 Prozent und damit deutlich über der von 2020 (51,9 Prozent).

Ökonomen haben besorgt auf das Ergebnis der AfD bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen reagiert. Die deutliche Stärkung der AfD sei „ein Warnsignal für internationale Investoren und einheimische Unternehmen“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, dem Handelsblatt. Denn in dem Bundesland sei die Wirtschaft „bei weitem die größte in Deutschland“. Eine erstarkte AfD könne Zweifel an der Handlungsfähigkeit der politisch Verantwortlichen auf Landes- wie auf Bundesebene aufkommen lassen und damit notwendige Reformen zusätzlich erschweren.

Knut Bergmann vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sagte dem Handelsblatt, AfD-Erfolge seien „nirgends investitionsförderlich“, weil das Parteiprogramm in Bezug auf Fachkräfte, Freihandel und die EU „erhebliche ökonomische Risiken“ berge. Zudem fürchtet der Leiter des IW-Hauptstadtbüros, dass die „rückwärtsgewandten Positionen“ der AfD der nötigen Transformation insbesondere in Richtung Klimaneutralität entgegenstehen. „Jede Verzögerung erschwert es, den Standort zukunftsfähig zu machen“, sagte Bergmann.