Der Bewerber braucht einen Lebenslauf, Nachweise über die eigene Qualifikation und natürlich ein Motivationsschreiben. Da soll dann die Vision für Oberstdorf drinstehen. So verlangen es die dortigen Freien Wähler, die dafür einen „Spitzenjob mit Gipfelaussicht“ bieten. Allerdings, und das ist ein kleiner Haken: Der Gewinner der Bewerbung erhält keinen Vertrag für eine Festanstellung. Er muss sich – im Namen der Freien Wähler – dann erst so richtig bewerben. Nämlich im Wahlkampf, um das Amt des Bürgermeisters in Oberstdorf.

Die Freien Wähler sind eine erfolgreiche und große Fraktion in Oberstdorf. Eine eigene Kandidatin, einen eigenen Kandidaten für die anstehenden Kommunalwahlen 2026 haben sie aber trotz Gesprächen mit potenziellen Bewerbern nicht gefunden, sagt Fraktionschef Peter Titzler. Also haben sie sich darauf besonnen, was sie 2002 schon einmal gemacht haben und was damals laut Freien Wählern gut ankam: einen Bürgermeisterkandidaten per Annonce suchen, der Amtsinhaber Klaus King herausfordert. Im Bayerischen Staatsanzeiger und in der Süddeutschen Zeitung sind die Gesuche erschienen. „Ich kann mir vorstellen, dass das viele juckt“, sagt Titzler.

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