Als Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor ein paar Wochen zuletzt im Münchner Olympiastadion weilte, gab er dem ZDF sein Sommerinterview: Hinter ihm strahlte der Himmel hellblau, die Sitzschalen in der Arena leuchteten hellgrün. Als er an diesem Dienstagnachmittag mit einem großen Begleittross zurückkehrte, zogen sich indes dunkelgraue Wolken hinter ihm zusammen – braute sich da etwa Ungemach zusammen über dem Start der Werbekampagne für die Münchner Olympia-Kandidatur? Iwo, ach was: „Wir sind die helle Seite“, ließ Söder am Ende der Pressekonferenz wissen. Und tatsächlich: In genau diesem Moment rissen die dunklen Wolken einen Spalt auf und Sonnenstrahlen bahnten sich ihren Weg auf die Szenerie.

Das passte zu dem ganzen Optimismus, den Söder und seine zahlreichen Nebenleute zu versprühen versuchten, als sie die Kampagne für den Bürgerentscheid am 26. Oktober einläuteten. „Wir alle sagen Ja zu Olympia“, rief Söder ins Mikrofon. Da blieb ja keinem etwas anderes übrig, als in die Begeisterung einzustimmen. „Wir werden positiv werben“, versprach Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), „wir müssen Herz und Seele der Menschen streicheln.“

Ziel der Kampagne ist es, die Münchnerinnen und Münchner bei der Abstimmung Ende Oktober dazu zu bringen, ihren Segen für eine Bewerbung der bayerischen Landeshauptstadt um Olympische Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 zu geben. Wann genau das Internationale Olympische Komitee (IOC) welche Spiele wohin vergibt, ist bislang noch völlig offen. Söder sprach vom „nächstmöglichen Termin“, für den München in den Ring steigen wolle.