PfadnavigationHomePolitikAusland„Unite the Kingdom“-MarschMehr als 110.000 Teilnehmer bei Anti-Migrations-Demo – Polizei kritisiert „inakzeptable Gewalt“Veröffentlicht am 14.09.2025Lesedauer: 4 MinutenEine Großdemonstration gegen die britische Migrationspolitik ist in London eskaliert. Bei den Protesten, die der Rechtsextremist Tommy Robinson organisierte, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Auch des ermordeten US-Aktivisten Charlie Kirk wurde gedacht.Der Rechtsextremist Tommy Robinson hat zu einer Großdemonstration in London aufgerufen. Bei Ausschreitungen wurden mehr als 25 Polizisten verletzt, einige schwer. Tech-Milliardär Elon Musk ließ sich als Redner zuschalten, auch ein deutscher AfD-Politiker reiste an.Bei einer Demonstration gegen Migration sind in London nach Schätzungen der Polizei zwischen 110.000 und 150.000 Menschen auf die Straße gegangen. Angeführt und organisiert wurde der Aufzug von dem bekannten britischen Rechtsextremisten Tommy Robinson. Stellenweise kam es bei der Demo auch zu Zusammenstößen mit der Polizei, mehrere Menschen wurden festgenommen. Die Veranstalter nannten deutlich höhere Teilnehmerzahlen. Organisator Robinson meldete sich mehrfach online zu Wort und behauptete auf X, dass mehr als eine Million Menschen gekommen seien. Dazu teilte er Drohnenaufnahmen, die seine Behauptung stützen sollten. Auf Plakaten und Fahnen waren Slogans für eine schärfere Asylpolitik zu lesen – etwa „Stoppt die Boote“ oder „Schickt sie nach Hause“, wie unter anderem der Sender Sky berichtete.Die Teilnehmer bei einer Gegendemonstration schätzte die Polizei auf etwa 5000. Genaue Zahlen seien bei solchen Großveranstaltungen allerdings schwer zu schätzen, hieß es. Man verwende Aufnahmen von Überwachungskameras und Polizeihubschraubern. Zuvor hatte die Polizei bekannt gegeben, dass sie 1600 Beamte einsetzen werde, um Robinsons Unterstützer und seine Gegner auseinanderzuhalten.Der von Robinson organisierte Marsch stand unter dem Motto „Einigt das Königreich“, („Unite The Kingdom“), die Veranstalter selbst bezeichneten sich auch als „Free Speech Festival“, als ein Festival der Meinungsfreiheit. Bereits kurz nach Mittag waren die Straßen im Stadtzentrum voller Menschen mit Flaggen – auch die Englands, die ein rotes Kreuz auf weißem Grund zeigt. Sprechchöre gegen den britischen Premierminister Keir Starmer waren laut Sky zu hören. Thema war auch das Attentat auf den rechtskonservativen US-Aktivisten Charlie Kirk, manche Demonstranten hielten Banner im Gedenken an ihn hoch.„Ich bin kein Rassist, ich stelle nur die demografische Entwicklung fest“, sagte der 28-jährige Ritchie bei der Demo. Die Ankunft irregulärer Migranten in Großbritannien bezeichnete er als „Invasion“. Für den jungen Mann, der mit drei Freunden aus Bristol nach London kam, ist Robinson ein „Held“.Der 42-jährige Robinson, der mit wahrem Namen Stephen Yaxley-Lennon heißt, ist der Gründer der rechtsextremen English Defence League. Der wegen seiner Positionen gegen Einwanderung und Islam bekannte Robinson wurde mehrfach verurteilt, unter anderem wegen Störung der öffentlichen Ordnung. 2018 und 2024 war er zeitweise auch im Gefängnis.Lesen Sie auchAn mehreren Stellen kam es bei der Demo zu Zusammenstößen mit der Polizei, dabei gab es auch Verletzte, wie auf Bildern zu sehen war. 26 Polizeibeamte seien im Zuge der Demo verletzt worden, vier davon schwer, teilte die Met Police mit. Viele Menschen hätten die Anweisungen der Polizei ignoriert und teils etwa versucht, in gesperrte Bereiche zu gelangen. Einsatzkräfte seien bei dem Versuch, den Weg zu versperren, mit Tritten und Schlägen attackiert worden. Eine Gruppe habe Beamte mit Projektilen angegriffen, schrieb die Polizei auf X.Polizisten seien getreten und geschlagen worden, zudem seien Flaschen, Leuchtfackeln und andere Wurfgeschosse auf sie geworfen worden. 25 Festnahmen gab es den Angaben nach bis zum Abend. Man wolle jedoch weitere Personen identifizieren, die an den Ausschreitungen beteiligt gewesen seien. Die Polizei sei mit „inakzeptabler Gewalt“ konfrontiert worden, hieß es. Im Laufe des Nachmittags habe man zusätzlich Einsatzkräfte mit Schutzausrüstung sowie Polizeipferde anfordern müssen. Viele seien mit der Absicht gekommen, Gewalt auszuüben, sagte Assistant Commissioner Matt Twist laut Mitteilung der Polizei.Neben dem Marsch durch das Zentrum Londons gab es auch eine Kundgebung im Regierungsviertel. „Heute hat der Funke einer kulturellen Revolution in Großbritannien gezündet“, sagte Organisator Robinson in einer Ansprache an seine Anhänger. Als Redner per Video zur Kundgebung zugeschaltet wurde Tech-Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk. Die britische Öffentlichkeit habe „Angst, ihre Meinungsfreiheit auszuüben“, sagte er dabei unter anderem laut der Nachrichtenagentur PA. Die BBC sei „an der Zerstörung Großbritanniens mitschuldig“. Auch Themen wie Migration und den Brexit schnitt Musk demnach an.Zu der Demo in London reisten mehrere Politiker und Aktivisten aus Europa an, darunter auch der AfD-Europaabgeordnete Petr Bystron. Robinson begleitete die Demonstration und Kundgebung mit einem Livestream und zahlreichen Beiträgen auf der Plattform X. Mehrmals rief er die Teilnehmer der Demo dazu auf, friedlich zu bleiben. Immer wieder sprach er dabei von Millionen „britischen Patrioten“, die „gegen den Abbau unserer Meinungsfreiheit“ auf den Straßen unterwegs seien.In den vergangenen Wochen hatte Großbritannien einen Anstieg der Zahl von sogenannten „Bootsmigranten“ erlebt, die in Schlauchbooten den Ärmelkanal überquerten. Parallel dazu stiegen auch die Asylanträge. Premierminister Keir Starmer (Labour) hatte noch im Wahlkampf versprochen, die illegale Migration zu bekämpfen. Reuters/AFP/dpa/krott/gub/dp
„Unite the Kingdom“-Marsch: Mehr als 100.000 Teilnehmer bei Anti-Migrations-Demo in London - WELT
Der Rechtsextremist Tommy Robinson hat zu einer Großdemonstration in London aufgerufen. Bei Ausschreitungen wurden mehr als 25 Polizisten verletzt, einige schwer. Tech-Milliardär Elon Musk ließ sich als Redner zuschalten, auch ein deutscher AfD-Politiker reiste an.













