Zugewandt und so, als wollte sie den ganzen Saal umarmen, steht die Rapperin Jessy James LaFleur auf der Bühne im historischen Stadthaus in Lutherstadt Wittenberg. Dort hält die Partei Bündnis 90/Die Grünen ihren allerersten Ostkongress ab. Die Rapperin fragt in einer flammenden, poetischen Rede das Publikum, was es eigentlich bedeutet, eine Welt retten zu wollen, „die sich nicht mehr zum Besten wendet, selbst wenn man ganz fest daran glauben will?“ Da sei dieses Gefühl, sagt sie, dass es zwischen Naziparolen und gesellschaftlichen Gräben zunehmend schwieriger werde, „Brücken zu bauen, die nicht wieder eingerissen werden“. Man habe viel versucht, Ideen verworfen und „vieles an die Wand gefahren, dass man aus den Trümmern unserer Träume schon wieder neue bauen kann.“