Ohne diesen Mann geht fast nichts am Internationalen Strafgerichtshof, dem IStGH. Er ist der Chefankläger, er allein trifft die Entscheidung, gegen welche Staatschefs und Minister weltweit er Ermittlungen eröffnet, völlig unabhängig. Niemand darf ihm da hineinreden, solange seine neunjährige Amtszeit währt. Die Richterinnen und Richter in Den Haag, die immer nur kollegial als Gruppe entscheiden, können höchstens mal hinterher korrigierend eingreifen. Das ist seine Macht – und der Brite Karim Khan, 55 Jahre alt, Sohn eines Pakistaners, hat dieses Amt seit 2021 mit großem Ehrgeiz ausgefüllt, mit seiner charakteristischen Kombination aus elitär und brachial.