Bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln hat es zwar keine ganz großen Abräumer gegeben, dafür aber mehrere bemerkenswerte Momente. Maria Furtwängler etwa – schon lange im Geschäft und mit vielerlei Auszeichnungen dekoriert – wirkte sichtlich angefasst, als sie den Fernsehpreis als beste Schauspielerin für den Film „Bis zur Wahrheit“ (ARD/NDR) gewann. Darin spielt sie eine Chirurgin, die während eines Nordsee-Urlaubs von dem Sohn ihrer besten Freundin vergewaltigt wird. Furtwängler sagte, dass Hoffnung aber auch Zorn das Projekt begleitet hätten. „Zorn darüber, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der es immer noch nicht selbstverständlich ist, dass eine Frau zu jedem Zeitpunkt ‚Nein‘ sagen kann und darf und dass es ganz egal ist, ob sie einen kurzen Rock trägt“, sagte sie.

Bei den männlichen Schauspielern wurde Schauspieler Leonard Kunz für „Ein Mann seiner Klasse“ (ARD/SWR/BR) ausgezeichnet. Das Armutsdrama gewann zudem in der Kategorie „Bester Fernsehfilm/Mehrteiler“ und konnte somit zwei Fernsehpreise einheimsen. Doppelgewinner des diesjährigen Fernsehpreises wurden auch die Arztserie „KRANK Berlin“ (ZDF/Apple TV+) sowie die Politthriller-Serie „Herrhausen – Der Herr des Geldes“ (ARD).