PfadnavigationHomeRegionalesHamburgWohnungsstudie für Hamburg„Wir sehen, dass weniger Menschen umziehen – und das hat Folgen“Veröffentlicht am 12.09.2025Lesedauer: 2 MinutenWer eine halbwegs passende Wohnung hat, scheut sich heute viel häufiger als früher vor einem UmzugQuelle: picture alliance/Shotshop/Addictive StockHamburgs Mietmarkt bleibt angespannt, die Nachfrage konzentriert sich laut einer Umfrage auf gute Lagen, in denen aber wenig Bewegung ist. Aber es gibt an anderen Orten der Stadt auch gute Chancen.Der Hamburger Mietwohnungsmarkt zeigt sich weiterhin von einer hohen Nachfrage geprägt, insbesondere in guten und sehr guten Stadtlagen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Immobilienverbands Deutschland (IVD Nord) unter 69 Hamburger Mitgliedsunternehmen hervor. Die Erhebung wurde zwischen dem 22. Juli und dem 31. August 2025 durchgeführt.Demnach melden 70 Prozent der Befragten steigende Mieten, während 30 Prozent von stabilen Preisen ausgehen. Preissprünge über zehn Prozent sind kaum noch zu beobachten – die Mehrheit sieht Anstiege von bis zu fünf Prozent. „Der Hamburger Mietwohnungsmarkt bleibt in den begehrten Lagen weiterhin angespannt. Wer dort eine Wohnung sucht, muss schnell sein – die meisten Objekte werden in kürzester Zeit vermietet“, sagt Anika Schönfeldt-Schulz, Vorsitzende des IVD Nord.Lesen Sie auchIn äußeren Stadtlagen hingegen dauere die Vermarktung länger. Schönfeldt-Schulz sieht hier die Stadt in der Pflicht: „Durch Infrastruktur und Angebote muss die Attraktivität gesteigert werden.“Die Nachfrage konzentriert sich laut Umfrage zu 68 Prozent auf gute Lagen, 26 Prozent entfallen auf normale Stadtlagen. Für einfache oder periphere Lagen besteht kaum Interesse. Die Vermarktungsdauer ist in den Top-Lagen am kürzesten: 89 Prozent der Wohnungen werden dort in weniger als drei Wochen vermietet. In normalen Lagen sind es 80 Prozent. In äußeren Stadtteilen bleiben Wohnungen länger leer.Lesen Sie auchTrotz hoher Nachfrage verzeichnen 53 Prozent der Befragten rückläufige Mietvertragszahlen. „Wir sehen, dass weniger Menschen umziehen. Das hat zur Folge, dass das ohnehin knappe Angebot weiter eingeschränkt bleibt“, erklärt Schönfeldt-Schulz.Besonders gefragt sind Wohnungen mittlerer Größe zwischen 50 und 90 Quadratmetern – sie machen 71 Prozent der Nachfrage aus. Kleinwohnungen liegen bei 27 Prozent, große Wohnungen spielen mit zwei Prozent kaum eine Rolle. Auch energetische Aspekte gewinnen an Bedeutung: 49 Prozent der Befragten berichten, dass der energetische Zustand wichtiger sei als die Baualtersklasse. Energetisch optimierte Objekte lassen sich schneller vermieten.Für die kommenden sechs Monate erwarten 63 Prozent steigende Mieten, 37 Prozent stabile Preise. 72 Prozent rechnen mit einer weiterhin angespannten Marktlage. „Die Mieten werden weiter steigen – wenn auch moderater“, so Schönfeldt-Schulz. Grund seien die begrenzten Neubauzahlen und die hohe Nachfrage, auch von ehemaligen Kaufinteressenten, die wegen hoher Zinsen auf den Mietmarkt ausweichen.jlau