Hannover (dpa/lni) - Angesichts neuer Bedrohungen will Niedersachsen seine Widerstandskraft deutlich ausbauen. Dafür hat Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) in Hannover einen sicherheitspolitischen Dialog begonnen. Rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Bundeswehr, Wirtschaft, Gewerkschaften, Kommunen, Katastrophenschutz, Forschung, Gesundheit sowie aus der Landes- und Bundesverwaltung nahmen an der Auftaktveranstaltung teil.

Lies sprach von einer „neuen Daueraufgabe“: Sicherheit und Resilienz von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft sollen Schritt für Schritt gestärkt werden. Spätestens seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sei klar, dass Vorsorge und verlässliche Strukturen notwendig seien. Ziel sei es, bestehende Konzepte zu bündeln und enger zu verzahnen.

Militärische Stärke nur im Schulterschluss

Für Generalleutnant Gunter Schneider vom Bundesverteidigungsministerium ist eine robuste Verteidigungs- und glaubhafte Abschreckungsfähigkeit „eine Art Überlebensversicherung“. Dies könne jedoch nur gelingen, wenn militärische und zivile Akteure gemeinsam handelten.

Auch Forschung und Technologie sollen eine zentrale Rolle spielen. Die Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Anke Kaysser-Pyzalla, verwies auf Niedersachsens starkes Netzwerk und die Bedeutung technologischer Souveränität. Innenministerin Daniela Behrens (SPD) warnte zugleich vor hybriden Bedrohungen wie Spionage, Cyberangriffen und Desinformation. Innere und äußere Sicherheit müssten stärker zusammen gedacht werden.