Italien gilt weithin als Land der Oper, große Symphonien verortet man dort eher nicht. Eine bemerkenswerte Ausnahme von dieser Regel war Luciano Berio aus Ligurien. Im Jahr 1968 schuf er seine mehrsätzige, formal und emotional bizarre „Sinfonia“, die den Schritt von der experimentellen Moderne in die Postmoderne wagt, mit feinem Raffinement von Zitat und Collage. Seine Mixtur neuer und alter Künste, dieses Konglomerat von Avantgarde und Klängen der Vergangenheit, erscheint bis heute so attraktiv wie umstritten.