PfadnavigationHomePanoramaNeuseeland„Im tiefen Busch“ – Erste Fotos vom Camp des Vaters, der seine Kinder jahrelang versteckteVeröffentlicht am 11.09.2025Lesedauer: 3 MinutenDieses Lager hatte Tom Philips im Wald errichtetQuelle: NZ Police/dpaEine notdürftige Lagerstätte, mitten im Wald: Nach dem Tod des Vaters, der in Neuseeland jahrelang seine drei Kinder versteckt hielt, zeigt die Polizei nun erstmals Bilder von dem Camp, in dem Tom Philips zuletzt hauste.Nach dem tödlichen Ende einer dramatischen Kindesentführung in Neuseeland hat die Polizei weitere Details zu dem Fall bekanntgegeben. Die Behörden veröffentlichten auch Fotos von dem provisorischen Camp in der Wildnis, in dem sich der am Montag von Beamten erschossene Tom Phillips zuletzt mit seinen drei Kindern versteckt hatte. Der 38-Jährige war nach einem Sorgerechtsstreit vor fast vier Jahren mit seinen beiden Töchtern und dem Sohn im entlegenen Buschland auf der Nordinsel untergetaucht. Damals waren sie acht, sieben und fünf Jahre alt.Die Fotos entstanden in den dichten Wäldern des Bezirks Waitomo. Das Versteck liegt ungefähr zwei Kilometer vom Ort der tödlichen Schießerei entfernt. Es habe „im tiefen Busch“ gelegen, „ein für niemanden leicht zu findender Ort“, sagte am Polizeichef Richard Chambers. In dem Lager hatten die Behörden am Montag zwei der Kinder nach fieberhafter Suche gefunden.Nach einer Verfolgung fielen SchüsseÜber das Gelände verstreut lagen ein Treibstoffkanister, Ersatzreifen und leere Flaschen, wie von der Polizei veröffentlichte Fotos zeigen. Es gab jedoch auch kleine Luxusartikel, darunter Dosen mit Erfrischungsgetränken. Fortbewegt haben sich die vier mit zwei roten Quads. „Phillips und seine Kinder waren sehr mobil und zogen häufig um“, sagte Chambers. Die Mobilität der Familie habe es für die Behörden zu einer „Herausforderung“ gemacht, sie zu finden. Außerdem seien die Behörden mit großer Vorsicht vorgegangen, da sie wussten, dass der Mann bewaffnet und gefährlich war.Lesen Sie auchPhillips hatte zuvor in der Ortschaft Piopio nach einer Verfolgung das Feuer auf Polizisten eröffnet und wurde von ihnen erschossen – vor den Augen eines seiner Kinder. Ein Beamter wurde am Kopf getroffen und musste notoperiert werden. Die Einsatzkräfte waren wegen eines bewaffneten Einbruchs in einen landwirtschaftlichen Betrieb gerufen worden. Vor Ort trafen die Beamten Phillips und ein Kind, die daraufhin mit einem Quad flüchteten. Bei der anschließenden Verfolgung fielen die tödlichen Schüsse. Von den anderen beiden Kindern fehlte zunächst jede Spur, bis sie am Montagnachmittag schließlich in dem Camp entdeckt wurden. Allen drei geht es Berichten zufolge den Umständen entsprechend gut.Mehrere Schusswaffen sichergestelltDas provisorische Camp lag rund zwei Kilometer vom Tatort entfernt, an dem Phillips starb. Die Polizei stellte dort auch mehrere Schusswaffen sicher. Das Gebiet blieb zunächst abgesperrt, Spezialisten sammelten Spuren. Details dazu, wie die Kinder in den vergangenen vier Jahren lebten und wovon sie sich ernährten wurden zunächst nicht bekannt.Der Fall machte über Jahre hinweg immer wieder Schlagzeilen. Tom Phillips hatte seine Kinder im Dezember 2021 nach einem Familienstreit entführt. Trotz mehrerer Sichtungen und Hinweise konnte Phillips jahrelang nicht gefasst werden.Im Oktober 2024 sichteten Wildschweinjäger in den Hügeln südlich von Marokopa die Familie, jedoch nur aus der Entfernung. Sie machten ein Foto, das um die Welt ging: Die Kinder, in Tarnkleidung und mit großen Rucksäcken beladen, folgten ihrem Vater. Ob die Kinder schon ihre Mutter gesehen haben, ist derzeit unklarDie Geschwister seien unterdessen noch am Montagabend wieder zusammengeführt und der Obhut der Kinderschutzbehörde übergeben worden, teilte die Polizei mit.„Ich kann bestätigen, dass die Kinder den Umständen entsprechend gut zurechtkommen und mit dem Personal zusammenarbeiten“, sagte Warwick Morehu, ein Sprecher der Behörde. „Ich möchte Ihnen allen versichern, dass die Kinder alle nötige Unterstützung erhalten, so lange sie diese benötigen. Ich kann Sie nur bitten, ihnen etwas Privatsphäre zu gewähren.“ Ob die Kinder bereits mit ihrer Mutter Catherine („Cat“) zusammengekommen sind, ist derzeit unklar. Diese hatte sich zuvor erleichtert gezeigt, ihre Kinder bald wiederzusehen. „Sie wurden fast vier Jahre lang jeden Tag schmerzlich vermisst, und wir freuen uns darauf, sie mit Liebe und Fürsorge wieder zu Hause willkommen zu heißen“, sagte sie dem Sender RNZ.AFP/dpa/krott
Neuseeland: „Im tiefen Busch“ – Erste Fotos vom Camp des Vaters, der seine Kinder jahrelang versteckte - WELT
Eine notdürftige Lagerstätte, mitten im Wald: Nach dem Tod des Vaters, der in Neuseeland jahrelang seine drei Kinder versteckt hielt, zeigt die Polizei nun erstmals Bilder von dem Camp, in dem Tom Philips zuletzt hauste.
















