Zu Weihnachten schenkte ihm seine Freundin eine blaue Jacke, auch ihre Mutter hatte unterm Tannenbaum ein Präsent für ihn parat: ein Herrenparfüm. Dann fuhr man für zwei Tage noch zur Tante des Mädchens, übernachtete auch dort. „Ich hätte nie gedacht, dass ich deshalb mal hier landen würde“, sagt Brandon R. und senkt den Kopf. Der 28-Jährige sitzt in Untersuchungshaft und ist angeklagt vor dem Landgericht München I, unter anderem wegen 46 Fällen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern. Denn seine „Freundin“ war zum Zeitpunkt ihres Zusammenseins erst zwölf Jahre alt und er 26.
Brandon R. und Julia T. (Name geändert) lernten sich im Frühjahr 2023 über eine Telefon-Chat-App kennen. Er hatte dort angerufen, „um die Langeweile zu vertreiben“. Bei Julia T. blieb er hängen, „wir haben zwei Stunden lang geredet und dann Nummern getauscht“, erzählt er der Vorsitzenden Richterin Elke Hölsch. Es folgten tägliche, stundenlange Telefonate, in denen Julia T. auch ihr Alter genannt habe, im März dann das erste Treffen.
Brandon R. hatte sich den Sprinter seines Chefs ausgeliehen, reiste aus Baden-Württemberg an. Zur Begrüßung am Giesinger Bahnhof habe ihn Julia „umarmt und einen Kuss auf die Wange gegeben“. Später vollzog er den Geschlechtsverkehr auf der Ladefläche des Wagens. „Ich hab sie drei- oder viermal gefragt, ob sie das wirklich will“, versichert er. Bis April 2024 sei man dann ein Paar gewesen. Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester verbrachte Brandon R. sogar in der Wohnung seiner Freundin, in Anwesenheit ihrer alleinerziehenden Mutter. Der sei es vor allem wichtig gewesen, „dass das Umfeld nichts mitkriegt“, sagt R. Gegen die Mutter soll nach Informationen der SZ auch ein Verfahren geführt werden.






