Ein letzter Auftritt mit viel Pathos, aber ohne jede Illusion. Frankreichs Premierminister François Bayrou hat am Montagabend wie erwartet eine Vertrauensabstimmung im Parlament verloren, die er selbst und ohne Not einberufen hatte. 280 Stimmen hätte er mindestens gebraucht, um im Amt zu bleiben, er brachte es nur auf 194; 364 Abgeordnete stimmten gegen ihn. Der 74-jährige Zentrist, Chef einer Regierung ohne Mehrheit, stürzt nach weniger als neun Monaten.
Bayrou hatte offenbar einmal gehofft, dass sich auch Abgeordnete der linken und extrem rechten Oppositionsparteien überzeugen ließen, seine Regierungserklärung zu den desaströsen Staatsfinanzen mitzutragen – nicht seinen harten Budgetplan, aber wenigstens den Befund über die nationale Lage. Darum ging es ihm.
Erneut zeichnete Bayrou ein dramatisches Bild des französischen Haushalts: ein Defizit von 5,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und 3415 Milliarden Euro Staatsschulden. Das Land stehe an der Klippe, sagte er, das Schicksal der Nation sei in Gefahr. „Das ist keine politische Frage, sondern eine historische.“ Sie treffe vor allem die Jungen. „Sie fühlen sich als geopferte Generation.“
„Das größte Risiko war, kein Risiko einzugehen“














