Man könnte ja einen kleinen Test machen. Indem man raten lässt, welche Bilder von einem Menschen geschaffen wurden und welche von einer algorithmisch gesteuerten Apparatur. Da wären zum einen: Scheinbar makellose weibliche Gesichter vor einem monochromen, blauen Hintergrund. Und zum anderen: Fast grobe, sehr skizzenhafte Zeichnungen, auf denen man die Porträtierten trotzdem gut erkennt. Nun, beeinflusst von den hyperrealistischen KI-Bildern heutiger Zeit könnte man meinen, dass erstere künstlich generiert wurden. Aber es ist umgekehrt. Die mit „Chinese Pool Portraits“ betitelten Frauen-Porträts stammen von dem Fotografen Roland Fischer. Und die „Skizzen“ sind von zeichnenden Maschinen geschaffen, die Patrick Tresset entwickelt hat.

Sehen kann man die Arbeiten im Bergson Kunstkraftwerk in München-Aubing. Dort sind sie ein Teil der Ausstellung „Beyond Surface“ in der frisch eröffneten Bergson Gallery. Diese befindet sich im Erd- und Zwischengeschoss des Neubaus und sie erweitert dort das bestehende Kunstangebot. Dazu gehörten bisher: Das in den Stockwerken darüber befindliche, im Juli eröffnete „Digital Arts Center“ und die „Silos“ im Hauptgebäude, welche seit letztem Jahr die Galerie König aus Berlin bespielt. Auch die Räume der Bergson Gallery sollten eigentlich von König genutzt werden. Und bereits davor war die Pulpo Gallery aus Murnau als Betreiber im Gespräch. Aber beides hat sich dann zerschlagen.