Bei seinem Rücktritt als japanischer Premierminister am Sonntagabend war Shigeru Ishiba wie immer. Seine Miene war unbewegt, sein Tonfall gesetzt. In klaren, ruhigen Sätzen teilte er seine Entscheidung mit, nach knapp einem Jahr im Amt nicht mehr weitermachen zu wollen als Chef der japanischen Regierung.
„Ich habe immer gesagt, dass ich zum richtigen Zeitpunkt entscheiden werde, was zu tun ist“, sagte er. Dieser Zeitpunkt sei am Freitag gekommen, als US-Präsident Donald Trump die Verfügung unterschrieb, welche die neue Handelsvereinbarung der USA mit Japan besiegelt. Demnach liegen die Zölle auf fast alle japanischen Produkte inklusive Autos nur noch bei 15 Prozent. „Meilenstein“, nannte Ishiba, 68, die Errungenschaft und erklärte damit seinen Auftrag als Premierminister für erledigt. Er habe beschlossen, „den Weg für die nächste Generation frei zu machen“.
Noch am Freitag hatte Ishiba ein neues Wirtschaftshilfepaket seiner Regierung angekündigt
Mit einer guten Nachricht aus dem Amt zu scheiden, ist immer besser als mit dem Zugeständnis, dass die Unterstützung in der eigenen Partei eingebrochen ist. Man muss es Shigeru Ishiba deshalb nachsehen, dass er bei seiner Rücktrittserklärung nicht gleich den naheliegendsten Grund für seinen Abschied anführte. Vielleicht wollte er es auch nicht wirklich wahrhaben, dass er die LDP als Premierminister nie so ganz auf seine Seite bringen konnte.












