Nach dem ersten Spiel, das erste Rückschlüsse auf den Verlauf dieser Bundesliga-Saison zuließ, wollte Svenja Huth genau die nicht ziehen: „Ich bin, ehrlich gesagt, kein Fan von irgendwelchen Prognosen“, sagte sie nach der Niederlage mit dem VfL Wolfsburg im Supercup gegen den FC Bayern. Die Frage lautete, ob sich ihr Team dem Doublesieger während der nächsten Monate annähern könne, nachdem beim 2:4 deutlich wurde, dass es für alle deutschen Konkurrenten schwierig werden dürfte. Womöglich also wird der Meister der vergangenen Runde auch der Meister der neuen sein. Alles gleich ist in diesem Jahr aber trotzdem nicht.

Weil sich die Vereine und auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) damit einen Schritt in Richtung Professionalisierung erhoffen, nehmen erstmals 14 statt bisher zwölf Vereine teil. Turbine Potsdam hat sich in die zweite Liga verabschiedet, aufgestiegen sind der 1. FC Union Berlin, der 1. FC Nürnberg und der Hamburger SV – große Namen, die an den nun 26 Spieltagen mehr Publikum anlocken könnten. Union mit im Schnitt schon 7000 Zuschauern dürfte das ziemlich sicher gelingen.

Für die 36. Saison der Frauen-Bundesliga haben gleich sechs Klubs neue Trainerinnen und Trainer verpflichtet: José Barcala hat den FC Bayern übernommen, Stephan Lerch ist nach vier Jahren in Wolfsburg zurück, Fritzi Kromp wechselte zu Werder Bremen, Edmond Kapllani zum SC Freiburg, Liése Brancão zum HSV und Thomas Gerstner leitet nun die SGS Essen an. Für Lerch kommt gar der bislang größte vollzogene Umbruch im Wolfsburger Kader hinzu, 15 Spielerinnen – darunter Jule Brand (Lyon), Merle Frohms (Real Madrid) und Kathrin Hendrich (Chicago Red Stars) – haben den VfL verlassen, zwölf wurden verpflichtet. Die wenigsten Veränderungen hat Essen mit sechs Weggängen und vier Zugängen vorgenommen.