PfadnavigationHomeICONISTTrendsArtikeltyp:MeinungBikini-Streifen-Trend„Tan Lines“ sind das ultimative Accessoire des SommersVeröffentlicht am 03.09.2025Lesedauer: 3 MinutenNicht ohne meine „Tan Line“!Quelle: Plume Creative/Getty ImagesAuf TikTok werden „Tan Lines“ gerade gefeiert wie nie zuvor, Sonnenhungrige werben dafür, sich der intensiven UV-Strahlung auszusetzen. Andere schminken sich die Bräunungsstreifen gleich auf. Was soll der „Sunburn Chic“?Nach 36 Jahren habe ich gelernt, dass Sonnenbrände ungesund sind. Nicht nur unangenehm, nicht nur peinlich. Sondern schlecht und riskant. Und trotzdem habe ich mir in diesem Sommer bestimmt vier bis fünf Sonnenbrände geholt. Mal an der Nase, mal auf der Kopfhaut, gern auch am Po oder an der Stelle zwischen Achsel und Bikiniträger, wo ich die Sonnencreme nicht so ganz sorgfältig auftrage. Ich ärgere mich dann immer. Weil ich zu wenig nachgecremt habe, weil der Wind die Intensität der Sonne vertuscht hat, weil ich einfach zu faul war. Dabei weiß ich es besser. Kindheitssommer mit meiner italienischen Mutter haben mich von den Stränden von Gabicce nach Riccione, nach Jesolo oder nach Rimini geführt. Die Farben der Sonnenschirme und das Menü der Vollpension änderten sich, aber die Sonnencreme meiner Mutter war immer dabei. Sie kam mehrmals täglich zum Einsatz, ebenso wie die Regel, dass man mittags den Strand während der heißesten Stunden verlässt und nach dem Essen in einem abgedunkelten Hotel-Zimmer darauf wartet, bis es wieder spät genug ist, dass man sich zurück an den Strand wagen darf. Lesen Sie auchAus dieser Zeit habe ich eine tiefsitzende Liebe für den Duft von Sonnencreme mitgenommen ebenso wie eine kindliche Freude darüber, dass ich jetzt selbst entscheiden kann, ob ich mittags am Strand bleibe oder nicht. Meistens bleibe ich, im Schatten. So wie viele um mich herum auch. Die liegen nicht im Schatten, sondern in der Sonne, stundenlang, mit glänzender Haut, auf der sich die Sonne widerspiegelt wie in einem verglasten Wolkenkratzer. Anstatt Angst vor Sonnenbrand haben die wahrscheinlich Angst davor, keine „Tan Lines“ zu bekommen. Die sind nämlich ein großer Trend. Auf TikTok führen junge Frauen stolz weiße Streifen vor, die sich von der tiefbraunen (oder tiefroten) Haut abheben. Bikinistreifen seien ein „Accessoire“ geworden, berichtete auch die ARD. Manche User werben dafür, sich besonders intensiver UV-Strahlung auszusetzen. Andere schminken sich die Bräunungsstreifen auf. Das könnte inspiriert sein von einem Cover des „Perfect Magazine“ aus dem vergangenen Jahr. Darauf war die Influencerin und Sängerin Addison Rae zu sehen, im Bikini, mit aufgesprühter Fake-Bräune und ebenso herbei geschminkten hellen Bikinistreifen. Man nennt den Look auch „Sunburn Chic“. Lesen Sie auchNun ist ein Fake-Sonnenbrand sicherlich weniger gefährlich als ein echter Sonnenbrand. Schön finde ich beide nicht. Die Begeisterung für „Tan Lines“ kann ich aber nachvollziehen. Wenig erinnert uns so sehr an gerade vergangene Sommer, wie die Sonnenspuren am eigenen Körper. Je mehr dunkle und helle Stellen wieder miteinander verschmelzen, desto länger liegt der Urlaub zurück, desto mehr neigt sich der Sommer dem Ende zu. Über meine Sonnenbrände habe ich mich geärgert, über die „Tan Lines“ gefreut. Beides ist ungesund und sollte vermieden werden. Aber nur, weil man etwas besser weiß, macht man es noch lange nicht richtig. Silvia Ihring schreibt in ihrer Kolumne „Körpereinsatz“ über das Streben nach der richtigen Balance zwischen Fitness-Trends, sportlichem Ehrgeiz und Spaß an der Bewegung.