Seit bald einem Jahr wartet Rita Hajjar auf eine positive Nachricht des Münchner Kreisverwaltungsreferats (KVR) und die 28-Jährige wird sich noch weiter gedulden müssen. Um einen Antrag auf Einbürgerung zu bearbeiten, benötigt die Stadt München derzeit eigenen Angaben zufolge bis zu 18 Monate. In der Realität kann das Prozedere aber auch noch deutlich länger dauern, wie Betroffene schildern. Damit ist die Landeshauptstadt kein Einzelfall. Seit der sogenannten Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts im Juni 2024 sind die Ämter zunehmend überfordert mit den stark angestiegenen Antragszahlen.

Für Menschen wie Hajjar bedeutet das zum einen große Unsicherheit: Sind die Unterlagen wirklich vollständig? Waren alle Angaben in den Formularen korrekt? Vom Amt kommt im Normalfall nur eine Bestätigung, dass der Antrag eingegangen ist. Darüber hinaus erhalte man eigentlich keine Rückmeldung, sagt die Kamerafrau aus Libanon: „Man fühlt sich einfach alleingelassen.“ Sie würde sich ein System wünschen, bei dem man zumindest den aktuellen Stand seiner Anfrage abrufen kann. Speziell für Freiberufler wie sie sei es auch kompliziert gewesen, überhaupt herauszufinden, welche Dokumente und Nachweise notwendig sind.