PfadnavigationHomePanoramaÜber die Toilette in den FlussLondon lässt gigantische „Feuchttuch-Insel“ in der Themse abtragenVeröffentlicht am 29.08.2025Lesedauer: 2 MinutenDer Morast ist so fest, dass schwere Bagger die Ablagerungen abtragen müssenQuelle: picture alliance/empics/Ben WhitleySo schwer wie 15 Doppeldeckerbusse und groß wie mehrere Tennisplätze: Wegen der veralteten Kanalisation landet viel Toilettenmüll in der Themse. Inzwischen hat sich dort eine Insel gebildet, die Umweltschützer seit Jahren beklagen.Mit schwerem Gerät wird zurzeit im Westen von London eine eklige Sehenswürdigkeit abgerissen: „Wet Wipe Island“, zu Deutsch: die „Feuchttuch-Insel“. Dabei handelt es sich um einen etwa 250 Meter langen Abschnitt am Themseufer, der hauptsächlich aus dem besteht, was die Toilette heruntergespült wird, wie unter anderem die britische Zeitung „The Herold“ und die BBC berichten. Wegen des veralteten Kanalisationssystems in vielen Städten landet bei starken Regenfällen vieles davon im Fluss – und hat sich dort abgesetzt. So wurde „Wet Wipe Island“ zum Sinnbild für eines der größten Umweltprobleme Londons.Nun sollen nach Angaben der Behörden innerhalb eines Monats rund 180 Tonnen verklumpter Abfälle entfernt werden – das entspricht dem Gewicht von 15 Doppeldeckerbussen. „Wir führen die erste großflächige Entfernung von Feuchttüchern im Land durch“, sagte Mitarbeiterin der Hafenbehörde Emily McLean dem Sender ABC. Denn die Müll-Insel hatte mittlerweile sogar schon den Verlauf der Themse verändert und sich auf eine Fläche von zwei Tennisplätzen ausgedehnt. An einigen Stellen war der Morast bis zu einem Meter hoch.Zuvor hatten diese Arbeit jahrelang Freiwillige der Umweltorganisation Thames21 übernommen. Seit 2017 wollen sie nach eigenen Angaben mehr als 140.000 Tücher eingesammelt haben, um den Fluss zu säubern. Denn besonders die in Feuchttüchern enthalten Kunststoffe belasten die Natur. Laut der Organisation WWF weisen bereits 70 Prozent der Flundern in der Themse Plastikfaser im Magen auf. „Mit ihrer Entfernung verbessern wir die Wasserqualität“, so McLean.Parallel hat die britische Regierung angekündigt, Feuchttücher mit Kunststoffanteil ab 2026 zu verbieten. Zuvor hatten sich 95 Prozent der Befragten in einer Umfrage dafür ausgesprochen. Pro Jahr werden in Großbritannien rund elf Milliarden Feuchttücher verbraucht, wovon etwa 2,5 Milliarden über Toiletten entsorgt werden. Die Beseitigung kostet Wasserbetriebe laut Branchenangaben landesweit jährlich mehr als 100 Millionen Pfund. „Nach Jahren des Kampfes ist die ‚Wet Wipe Island‘ hoffentlich bald Geschichte“, zitiert ABC die Labour-Abgeordnete Fleur Anderson.kami