Die Internetplattform „Knuddels“ sollte eigentlich zur Unterhaltung dienen, zum Chatten, Flirten und Spielen, so stellt es das Unternehmen selbst dar. Allerdings geriet der Onlinedienst in Verruf, nachdem sich dort Pädophile aufhielten, um nach Minderjährigen Ausschau zu halten. So auch der heute 68-jährige Peter F., der via Internet einer Zehnjährigen eine vertrauensvolle Beziehung vorgaukelte, um sie später schwer sexuell zu missbrauchen. Das Landgericht München I verurteilte den gebürtigen Reutlinger nun zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten.
Die Jugendschutzkammer unter dem Vorsitz von Matthias Braumandl ging in ihrem Urteil davon aus, dass der Mann sich gezielt auf Knuddels tummelte, um nach minderjährigen Mädchen zu suchen. Spätestens seit Ende 2014 wusste er über das Alter der späteren Geschädigten Bescheid. Mehr als drei Jahre lang schrieb er mit dem Kind, baute ein Vertrauensverhältnis auf und nutzte „das dringende Bedürfnis der Geschädigten nach Zuneigung aus“, so die Strafkammer.
In diesen Jahren brachte er das Mädchen dazu, ihm sexualisierte Nacktbilder zu schicken oder bei Videotelefonaten sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Wie aus einer Pressemitteilung des Landgerichts hervorgeht, gab es auch „mindestens fünf persönliche Treffen“ zwischen den beiden in verschiedenen Hotels in Österreich, wo der Angeklagte ungeschützten Geschlechtsverkehr mit der Minderjährigen vollzog.






