PfadnavigationHomePanoramaPädagoge bittet um HilfeLehrer-Mobbing an Berliner Grundschule – Linke spricht von „Vertuschung“ und „massiver Ignoranz“Veröffentlicht am 28.08.2025Lesedauer: 2 MinutenFordert „eine umgehende und gründliche Aufklärung“: Oziel Inácio-StechQuelle: picture alliance/dpa/Hannes P AlbertMonatelang soll der homosexuelle Lehrer Oziel Inácio-Stech von muslimischen Schülern gemobbt worden sein. Jetzt wendet er sich mit einem Brief an den Regierenden Bürgermeister von Berlin. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Bildungssenatorin.Im Fall des homosexuellen Lehrers Oziel Inácio-Stech wächst die Kritik an der Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU). Die Linksfraktion im Abgeordnetenhaus wirft der Politikerin eine Vertuschung von Queerfeindlichkeit in Schulen vor. Der Umgang der Bildungsverwaltung mit dem Pädagogen sei „bis heute eine einzige skandalöse Unverschämtheit und Ausdruck von massiver Ignoranz“, heißt es in einer Pressemitteilung der bildungspolitischen Sprecherin der Fraktion, Franziska Brychcy, und des Sprechers für Queerpolitik, Klaus Lederer.Inácio-Stech wurde nach eigenen Angaben an der Carl-Bolle-Grundschule in Berlin von Schülern aus muslimischen Familien monatelang beschimpft, beleidigt und gemobbt, weil er schwul ist. Der Lehrer berichtet zudem von Mobbing und falschen Vorwürfen durch eine Kollegin. Der Schulleitung, Schulaufsicht und Bildungsverwaltung wirft er mangelnde Unterstützung vor. Letztere wird von Günther-Wünsch geleitet.Die Linken-Politiker beklagen, die Senatorin habe ihr Versprechen nicht eingelöst, den Fall transparent aufzuklären. Stattdessen habe es „Vertuschung und Halbwahrheiten“ gegeben, „aber keinerlei Übernahme von Verantwortung“. Dies sei „eine katastrophale Nachricht“ für queere Menschen an Berliner Schulen, schreiben Brychcy und Lederer. Eine Bildungssenatorin, die Lehrkräfte nicht gegen Diskriminierungen unterstütze, sei „für dieses Amt ungeeignet“.Lesen Sie auchInácio-Stech selbst hat sich mittlerweile an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), gewandt. Dieser ist nicht nur der Vorgesetzte von Günther-Wünsch, sondern auch ihr Lebenspartner. In einem Brief, aus dem unter anderem die „Berliner Morgenpost“ zitiert, kritisiert Inácio-Stech, dass die Senatorin „bislang weder für Aufklärung gesorgt noch angemessene Konsequenzen gezogen“ habe.Lesen Sie auchDer Pädagoge bittet Wegner, „als Bürgermeister und als Vorgesetzter von Frau Günther-Wünsch, unabhängig von Ihrer persönlichen Beziehung, für eine umgehende und gründliche Aufklärung meines Falles zu sorgen“. Günther-Wünsch solle Verantwortung übernehmen und Maßnahmen ergreifen, „um queerfeindliche Vorfälle nicht weiter zu vertuschen, sondern offen anzugehen“, zitiert die „Berliner Morgenpost“.Im Dezember 2024 hatte der Anwalt von Inácio-Stech einen Brief an die Bildungsverwaltung verschickt. Günther-Wünsch machte später zunächst falsche Angaben dazu, wann ihr das Schreiben vorgelegen hatte. Später entschuldigte sie sich dafür und begründete ihre Angaben mit einer „falschen Erinnerung“. Die Bildungsverwaltung erklärte, das Schreiben sei an die Staatssekretärin für Bildung und von dort an die Leitung der für die Schulaufsicht zuständigen Abteilung weitergeleitet worden. Trotzdem scheint niemand auf die Vorwürfe eingegangen zu sein.gub