PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungStaatsfinanzenDeutschland darf Frankreich nicht in den Schuldensumpf folgenVeröffentlicht am 28.08.2025Lesedauer: 2 MinutenAls Reformer gescheitert: Frankreichs Präsident MacronQuelle: picture alliance/NurPhoto/Nicolas EconomouUnser wichtigster EU-Partner taumelt politisch handlungsunfähig dem Staatsbankrott entgegen. Die Bundesregierung sollte aus dieser Misere die richtigen Lehren ziehen. Die Signale aus Brüssel verheißen nichts Gutes.Aus Fehlern lernt man, sagt der Volksmund. Aber man muss nicht jeden Fehler selbst machen. Wer klug ist, der lernt aus dem Missgeschick des Nachbarn und entgeht damit manchem Ungemach. Womit wir bei Frankreichs Schuldenmisere wären – und der Frage, ob die Bundesregierung in der Lage ist, zu erkennen, dass sie vor der Entscheidung steht: Folgt Deutschland dem fiskalpolitischen Irrweg, auf dem der wichtigste EU-Partner seit etlichen Jahren unterwegs ist? Oder besinnt man sich hierzulande doch noch auf ein solideres Haushaltsgebaren und saniert die Staatsfinanzen?Ein Blick auf Frankreich zeigt, wohin die Reise führt, wenn man nicht nur in einer akuten Krise kurzzeitig die Staatsschulden in die Höhe fährt, sondern permanent wachsende Ausgaben auf Pump finanziert. Seit der Finanzkrise 2009 lebt der französische Staat weit über seine Verhältnisse. Frühzeitiger Renteneinstieg, teure Staatsunternehmen und ein insgesamt überdimensionierter Wohlfahrtsstaat kosten viel mehr, als die Steuereinnahmen einbringen. Und die über Jahre erstarkten rechten und linken Ränder haben den anfänglichen Reformeifer des Präsidenten und einstigen Hoffnungsträgers Emmanuel Macron längst vertrieben.Lesen Sie auchJetzt strauchelt Frankreichs Premierminister François Bayrou, der das übermäßige Haushaltsdefizit mit einem strengen Sparpaket drücken will, aber im Parlament gegen die Populisten von rechts und links chancenlos ist. Der zweitgrößte EU-Staat, der zusammen mit Deutschland als Motor der Union gilt, taumelt politisch unregierbar dem Staatsbankrott entgegen. Frankreich ist zu groß, um von den EU-Partnern gerettet zu werden, wie dies mit Griechenland nach etlichen Hilfspaketen – und einer mittlerweile vernünftigen Regierung – glückte. Aber gleichzeitig gilt der Grundsatz „Too big to fail“ – zu groß zum Scheitern. In Brüssel arbeitet man denn auch längst an einem Programm zur Neuauflage der gemeinsamen Schuldenaufnahme. Und Paris drängt besonders intensiv auf neue Eurobonds.