PfadnavigationHomePanoramaNeue VerordnungZwei Stunden pro Tag – Japanische Stadt will Smartphone-Nutzung verringernVeröffentlicht am 28.08.2025Lesedauer: 2 MinutenDie Handynutzung verursache gesundheitliche Probleme, findet der Bürgermeister der Stadt (Symbolbild)Quelle: Getty Images/PHOTO MIO JAPANDie Gemeindeverwaltung der Stadt Toyoake fordert ihre Bürger dazu auf, die Smartphone-Nutzung auf zwei Stunden pro Tag zu beschränken. Noch wurde über die Empfehlung nicht abgestimmt. Doch der Entwurf löst schon jetzt Kritik in den sozialen Medien aus.Eltern hängen am Smartphone, obwohl sie eigentlich schlafen oder Zeit mit der Familie verbringen sollten. Kinder wiederum schwänzen die Schule, weil sie es nicht ertragen, das Handy zu Hause zu lassen. Um dem entgegenzuwirken, fordert die Stadt Toyoake ihre Bewohner dazu auf, die tägliche Smartphone-Nutzung auf zwei Stunden zu begrenzen. Darüber berichtet die britische Tageszeitung „Guardian“.Toyoake hat etwa 69.000 Einwohner und liegt südöstlich der Metropole Nagoya im Zentrum von Honshu, der Hauptinsel von Japan.Der Bürgermeister der Stadt, Masafumi Koki, möchte mit dieser Verordnung „die übermäßige Nutzung von Geräten zu verhindern“. Der „Guardian“ zitiert ihn mit den Worten, dass „die Handynutzung körperliche und geistige Gesundheitsprobleme und Schlafstörungen verursacht“. Die Empfehlung richte sich nicht nur an Kinder, sondern auch an Erwachsene, wie Beamte in der Präfektur Aichi betonten. Der Grund: Die Sorge über die physischen und psychischen Folgen der übermäßigen Smartphone-Nutzung nehme für Menschen aller Altersgruppen zu.Die Stadtversammlung will Ende des kommenden Monats über die unverbindliche Verordnung abstimmen. Sollte der Entwurf angenommen werden, sieht die Maßnahme keine Strafen für „Verstöße“ vor.Lesen Sie auchDer Vorschlag enthält folgende Punkte: Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren sollten nach 21 Uhr auf die Nutzung von Smartphones und Tablets verzichten. Außerdem wird Erwachsenen und Teenagern dazu geraten, die Geräte nach 22 Uhr wegzulegen. „Zwei-Stunden-Begrenzung ist unmöglich“Die Reaktionen auf den Vorstoß fielen heftig aus: Viele Nutzer sahen darin einen Eingriff in ihre persönliche Freiheit und machten ihrem Unmut auf X Luft. Andere zweifelten daran, dass sich eine zeitliche Begrenzung überhaupt praktisch umsetzen lasse. Ein Kommentator schrieb: „Zwei Stunden reichen nicht einmal, um ein Buch zu lesen oder einen Film (auf meinem Smartphone) anzuschauen.“Lesen Sie auchNur vier Tage nach der Vorstellung des Entwurfs registrierten die Behörden bereits 83 Anrufe und 44 E-Mails. Rund 80 Prozent der Zuschriften fielen kritisch aus, berichtete die Zeitung „Mainichi Shimbun“.Ganz neu ist die Idee allerdings nicht: Bereits 2020 verabschiedete eine Region im Westen Japans eine ähnliche freiwillige Regelung. Dort dürfen sich Kinder werktags höchstens eine Stunde am Tag mit Online-Spielen beschäftigen.Laut einer Studie der „Children and Families Agency“ verbringen junge Japaner durchschnittlich mehr als fünf Stunden pro Tag im Netz. Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Tokio plane die Handy-Verordnung. Es handelt sich aber um Toyoake. Wir haben den Fehler korrigiert.ly