Mitten in ... Arcachon
Die ruhige Wohnstraße gleich beim Strand von Arcachon ist eine beliebte Gassistrecke. An diesem strahlenden Morgen ist ein eleganter älterer Herr unterwegs, zu Leinenhemd und -hose trägt er einen Strohhut, an der Leine folgt ihm ein Scotch Terrier. Wobei folgen – das ist nicht ganz der richtige Ausdruck. Auf einmal stemmt das fluffige Tierchen seine kurzen Beine in den Boden, geht keinen Millimeter weiter, der Blick ist rebellisch. Da wird das Herrchen laut – und singt mit schöner, leicht brüchiger Tenorstimme „J’ai perdu mon Eurydice“ aus Christoph Willibald Glucks Oper „Orphée et Eurydice“. In dem Musikstück rühren Orpheus’ Arie und seine Verzweiflung Amor so sehr, dass er Eurydice erneut zum Leben erweckt. Im richtigen Leben setzt sich immerhin das störrische Hündchen langsam wieder in Bewegung. Barbara Mooser
(Foto: Marc Herold)
Mitten in ... Maribor
Die Online-Kommentare über das Restaurant sind verlockend: „Nichts für schwache Nerven“ – „skurril“ – „Stock im Arsch, dann bleibst du lieber zu Hause!“ Sie beziehen sich auf den Chef, laut Homepage ein „Rockstar“, laut Google-Rezensent Manuel S. „ein ‚crazy guy‘ mit einem Humor, der schwarzer ist als die Nacht“. Nach ein paar Gängen tritt er auf, verlotterter Look, könnte auch Koch bei der Addams Family sein. Dann fuchtelt er mit einer Riesenpfeffermühle vor dem Kellner herum („Das hat er auch zwischen den Beinen“), sagt einer Gästin, sie habe „falsch geheiratet“, während ihr Mann danebensitzt, spielt „Life is Life“ von Laibach, nötigt alle zum Tanzen und schneidet mit den Herren Blumen beim Nachbarn ab. Für die Damen. Im Laufe der „crazy“ Show offenbart sich dann ihr eigentlicher Witz: Sie dauert fünfeinhalb Stunden. Joshua Beer







