Reem Alabali Radovan steht in weißen Schuhen im Schutt, vor ihr ein Mann, der fast alles verloren hat. Die Trümmer, die hier überall herumliegen, sind die Trümmer seines Hauses. An einer Stelle lässt sich ein gefliester Boden erkennen, der nie wieder zu einem Zimmer gehören wird. Die nächste israelische Siedlung ist nur einen Hügel entfernt.

Muhamad Abdelhamid Eid, so heißt der Mann, wirkt gefasst. Gut drei Wochen ist es her, erzählt er, da standen morgens um acht israelische Sicherheitskräfte vor seinem Haus, nicht weit von Jerusalem. „Sie haben gesagt: Nimm deine Sachen und geh. Dann haben sie das Haus mit allen Möbeln zerstört.“ Er steht verloren in seinen Trümmern, auf seinem grauen T-Shirt ist ein kleiner Panda abgebildet.

Die Ministerin spricht Arabisch mit den Menschen

Die Sozialdemokratin Alabali Radovan ist zu ihrer ersten großen Reise als Entwicklungsministerin aufgebrochen, die erste Etappe könnte schwieriger nicht sein: Israel und das Westjordanland. Entwicklung gibt es hier in den Palästinensischen Gebieten derzeit nur zum Schlechteren. Israels Regierung hat sich offenbar vorgenommen, möglichst schnell Fakten zu schaffen. Neue Gebiete werden für Siedlungen ausgewiesen, die Siedler lassen nicht lange auf sich warten. Und der Krieg in Gaza stellt alles in den Schatten, was die Welt in den vergangenen Jahren an Leid gesehen hat. Was kann eine deutsche Entwicklungsministerin da ausrichten?