Nürnberg wollte europäische Kulturhauptstadt werden – es wurde nichts daraus. Man wollte den Saal 600 zum Unesco-Welterbe erklären lassen, in dem sich die NS-Kriegsverbrecher vor der Weltöffentlichkeit verantworten mussten – auch daraus wurde nichts. Nun bewirbt sich die Stadt um den Unesco-Titel „City of Literature“. Da fällt die Prognose nicht schwer: Daraus wird wohl wieder nichts.
Moment, es gibt da nämlich einen Unterschied zu den vorherigen Bewerbungen. Nürnberg, aufgespannt zwischen den Polen „Dürer“ und „Führer“, wäre zweifellos ein maximal spannender Ort als Kulturhauptstadt gewesen. Und dass der Saal 600, Wiege des modernen Völkerstrafrechts, in diesen Zeiten mehr Aufmerksamkeit verdient hätte, können nur Ahnungslose in Zweifel ziehen.
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