Ein wenig schwebt ja immer noch die Frage im Raum, was der Trainer-Pensionär Jürgen Klopp, 58, in seiner immer noch recht neuen Rolle als „Global Head of Soccer“ des österreichischen Getränkekonzerns Red Bull so macht. Seit dem 0:6, das RB Leipzig am Freitagabend beim FC Bayern in München kassierte, kann konstatiert werden: Klopp betätigt sich als Krisenmanager. Der SZ wurde die Meldung der Bild-Zeitung bestätigt, wonach sich Klopp nach Ansicht der TV-Übertragung vom Bundesligadebüt des neuen Leipziger Trainers Ole Werner außerplanmäßig nach Sachsen begab. Und sich in der dortigen RB-Zentrale an der Aufarbeitung der RB-Kapitulation von München beteiligte.
Über Form und Inhalt des Krisengipfels drang nichts nach außen; was die Klopp-Intervention für die Autorität des soeben installierten Trainers Werner bedeutet, wird die Zeit weisen. Immerhin: Von RB-Boss Oliver Mintzlaff, 50, waren, anders als in weit entspannteren Lagen aus der Vergangenheit, keine alarmierenden Stellungnahmen zu vernehmen. Überhaupt: Wer meinte, es sei angebracht, die Kinofigur Ron Burgundy zu zitieren („Boy, that escalated quickly“), wurde sogleich unter Verweis auf Küchenwahrheiten beruhigt. Nichts werde so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Auf dem Tisch habe im Übrigen nicht nur der „Berg voll Arbeit“ gelegen, von dem Werner nach dem 0:6 in München sprach. Sondern auch die Frage, wie man den Kader zügig verschlankt. Ein weiterer „Berg voll Arbeit“ also.







