In wenigen Monaten werden für die Menschen in Bayern wieder genug Christbäume auf dem Markt sein – wenn auch zu etwas höheren Preisen. Doch was ist in einigen Jahren? Wassermangel, zu wenige Nährstoffe und Spätfröste setzen jungen und alten Pflanzen immer mehr zu. Auch in diesem Jahr verläuft es alles andere als rosig für die Anbauer, wie Thomas Emslander vom Verein Bayerische Christbaumanbauer sagt.

„Die Schäden durch den Frost im Mai sind teilweise erheblich in den verschiedenen Betrieben.“ Vor allem die beliebten Nordmanntannen hätten gelitten, das Wachstum auch bereits verkaufsfertiger Bäume sei beeinträchtigt worden. „Der neue Trieb ist kaputt.“ Jüngere Bäume würden in ihrer Entwicklung ein, zwei Jahre zurückgeworfen, erläutert Emslander.

Marina Kippes und ihre Familie bauen seit den Achtzigerjahren Weihnachtsbäume an, unter anderem im Gramschatzer Wald nördlich von Würzburg. „Durch die extreme Trockenheit ist es immer schwieriger geworden, vor allem mit der Neupflanzung“, sagt sie. „Daher sind wir von der Frühjahrspflanzung auf die Herbstpflanzung übergegangen, um die feuchteren Böden im Herbst und Winter zu nutzen.“ Das Bewässern von Jungpflanzen sei auf dem Areal im Gramschatzer Wald nicht möglich, weil Pflanzen verschiedenen Alters zusammenstünden. „Aus meiner Sicht bringt es nichts, sich mit einer Gießkanne hinzustellen. Das sind Tropfen auf einem heißen Stein.“