Flüchtling mit Ausbilder in einer Lehrwerkstatt: Es waren viele junge Menschen, die seit 2015 nach Deutschland eingereist sind. Foto: Ullstein Bild, dpa, Getty Images [M] Migration: „Wir schaffen das“ – eine Arbeitsmarkt-Bilanz nach zehn Jahren Angela Merkel versprach einst, Deutschland könne mehr als eine Million Geflüchtete integrieren. Für die Arbeitsmarktbilanz seitdem ist vor allem eine Gruppe entscheidend.

Frank Specht, Barbara Gillmann 24.08.2025 - 08:00 Uhr Artikel anhörenBerlin. Sommer 2015, immer mehr Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern machen sich auf den Weg nach Deutschland. Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschließt, dass Deutschland viele dieser Menschen aufnimmt. Schnell kommt die Frage auf, ob Deutschland sich damit nicht übernimmt. Doch Merkel sieht das nicht. Ende August prägt die Kanzlerin in ihrer Sommerpressekonferenz den Satz, der bis heute an ihr haftet: „Wir schaffen das.“Mit Blick auf die Arbeitsmarktintegration gingen die Meinungen seinerzeit weit auseinander. Der damalige Daimler-Chef Dieter Zetsche erinnerte an die Gastarbeiter und erklärte, die Aufnahme Hunderttausender Flüchtlinge sei zwar eine Herausforderung, könne aber auch „Grundlage für das nächste deutsche Wirtschaftswunder werden“.Merkels Koalitionspartner Horst Seehofer verlangte dagegen schnell eine Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen pro Jahr: „Diese Zahl ist verkraftbar, und da funktioniert auch die Integration“, sagte der damalige CSU-Chef. Und für die AfD ebnete die Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik den Weg hin zur stärksten Kraft im Thüringer Landesparlament und zur größten Oppositionsfraktion im Bundestag.Aber wie steht es heute – zehn Jahre danach – um die Arbeitsmarktintegration der Geflüchteten? Eine Datenanalyse von fünf Thesen.