„Wir schaffen das“ – als Kanzlerin Angela Merkel am 31. August vor zehn Jahren diesen Satz sagte, wollte sie eigentlich nur etwas Zuversicht verbreiten, angesichts der großen Zahl Geflüchteter, die damals Deutschland erreichten. Sie wusste noch nicht, dass sie mit diesem Satz die Debatte um die Migration in Deutschland für mindestens ein Jahrzehnt prägen sollte. Auch, weil er in jeder Hinsicht unbestimmt ist – und so zu Interpretationen einlädt: Was heißt hier „schaffen“? Und was ist eigentlich „das“? Und vor allem: Wer ist „Wir“? Bei Recherchen zur Rezeption des Satzes wird zudem deutlich: Ob zustimmend oder ablehnend – nach einer Auswertung über „Academic Cloud“ wurde der Satz 50 000 bis 100 000 Mal in Redebeiträgen oder Medien zitiert – kommen fast alle Beiträge zur Debatte von Mitgliedern der Aufnahmegesellschaft. Die Geflüchteten, um die es geht, kommen dabei eher selten zu Wort.