Mittags in Teheran, nach seiner wöchentlichen Pressekonferenz, setzt sich Esmail Baghaei auf einen der Sessel am Rand des Saals und sagt, dass er es immer noch nicht fassen könne. Was genau? „Was Ihr Bundeskanzler gesagt hat.“ Baghaei, der Sprecher des iranischen Außenministeriums, ist ein Diplomat, wie die Islamische Republik sie hervorbringt: geschult darin, die Sicht seines Regimes zu verkaufen. Betont höflich, immer lächelnd, das Englisch makellos. Jetzt, zwei Monate nach dem Krieg gegen Israel, spricht er über Friedrich Merz. Der hatte während des Krieges in einem ZDF-Interview ein Wort aufgenommen, das zuerst die Hauptstadtstudio-Chefin Diana Zimmermann erwähnt hatte: Drecksarbeit.
In Iran herrschen Zorn, Schweigen und stille Angst
In Teheran hat sich nach dem Krieg gegen Israel angespannte Stille ausgebreitet. Das Regime sucht einen neuen Kurs – und Verhandlungen mit Europa über das Atomprogramm.






