PfadnavigationHomePolitikDeutschlandEmpörung in FrankfurtNahe Protestcamp – Frau attackiert jüdische Aktivisten mit roter FarbeVeröffentlicht am 23.08.2025Lesedauer: 3 MinutenAm Rande eines Protestcamps in einem Frankfurter Park sind Gegendemonstranten mit Farbbeuteln attackiert worden. Hintergrund sind verschiedene Positionen im Nahost-Konflikt. Die mehr als 1000 Teilnehmer des „System Change Camps“ werden dem linken Spektrum zugerechnet.Jüdische Aktivisten erinnern in Frankfurt an die von Hamas festgehaltenen Geiseln. Plötzlich rennt eine Teilnehmerin eines Protestcamps und überschüttet die Aktivisten mit roter Farbe. Die Polizei ermittelt. Die jüdische Gemeinde reagiert mit Empörung.In Frankfurt ist es am Freitag am Rande des „System Change Camps“ im Grüneburgpark zu einer Attacke auf jüdische Aktivisten gekommen. Wie die Polizei mitteilte, überschüttete eine Aktivistin drei Personen mit roter Farbe. Die Beamten nahmen Strafanzeigen auf, ermittelt wird zudem wegen Sachbeschädigung. Die Polizei kündigte an, das Einsatzkonzept anzupassen und die Präsenz zu erhöhen. Das Zeltlager dauert noch bis 26. August. Einer der Angegriffenen war nach übereinstimmenden Medienberichten Sacha Stawski, Vorsitzender des Vereins „Honestly Concerned“ und Mitglied der Jüdischen Gemeinde Frankfurt. Er war mit zwei weiteren Männern unterwegs, um Plakate mit Bildern der von der Hamas in Gaza festgehaltenen Geiseln an Bauzäunen anzubringen, als plötzlich eine Frau auf sie zugerannt kam und die Farbtuben vor ihnen ausleerte, berichtete die „Hessenschau“.Auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (F.A.Z.) berichtete über den Vorfall: „Ich hatte überall rote Farbe, an Hemd, Hose, Brille, sogar im Mund“, wird Stawski dort zitiert. Die Aktivisten seien „sehr aggressiv“ gewesen und hätten ihn als „Mörder“ beschimpft. Nach der Attacke seien sie zurück ins Camp gerannt.Nach Informationen von „Bild“ waren die jüdischen Aktivisten zuvor von einer Gruppe von 20 bis 30 teils vermummten Personen bedrängt und am Weitergehen gehindert worden.Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) verurteilte laut der Nachrichtenagentur dpa den Vorfall: „Jeder in unserer Stadt kann seine Meinung frei äußern, aber antisemitische Gewalt und Hetze werden wir nicht dulden.“ Josef bedankte sich außerdem bei der Polizei für das schnelle Eingreifen. Jüdische Gemeinde reagiert mit UnverständnisDer Sprecher des „System Change Camps“, Sebastian Blessing, erklärte dem Hessischen Rundfunk gegenüber, er hätten von der Attacke zunächst „nichts mitbekommen“. Man verurteile jedoch Übergriffe und betone, dass man „kein Problem damit“ habe, sich mit den Geiseln der Hamas zu solidarisieren. „Wir verstehen aber auch nicht, warum unsere Veranstaltung immer wieder gestört wird“, sagte Blessing.Die Jüdische Gemeinde Frankfurt äußerte sich mit „erheblicher Sorge und großem Unverständnis“ über das Camp. „Die Tatsache, dass auf zahlreichen Veranstaltungen Hetze gegen Israel propagiert wird, verdeutlicht, dass hier städtischer Raum für extremistische Haltungen zur Verfügung gestellt wird“, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde.Und weiter: „Wir halten die Entscheidung der Ordnungsdezernentin, dieses Camp an diesem Ort stattfinden zu lassen nicht nur für geschmacklos, sondern für eine erhebliche und gefährliche politische Fehlentscheidung.“ „Blanker, purer Hass“, sagt MansourBereits in den Tagen zuvor waren offenbar mehrfach Plakate abgerissen worden. „Es geht um Geiseln! Menschen, die verschleppt wurden – einzig, weil sie Juden sind. Wer ihre Plakate zerreißt, offenbart die Dimension dieses Abgrunds: blanker, purer Hass“, schrieb Nahost-Experte Ahmad Mansour auf X. Dazu veröffentlichte er ein Video eines Aktivisten, wie dieser einen Bauzaun entlangläuft und Plakate abreißt.Ziel des Zeltlagers ist nach Angaben der Organisatoren, einen Raum für Begegnung, Vernetzung, Weiterbildung und Diskussionen zu schaffen: „Unser Antrieb ist ein gutes Leben für alle in einem solidarischen Miteinander und intakten Ökosystemen.“rct/krott mit dpa