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Deutsche Bahn: Politiker fordern Rückkehr zur Familienreservierung bei Bahn Für Familien ist das Bahnfahren mit reservierten Plätzen teurer geworden. Der künftige Bahnchef soll das ändern, fordern Union und Grüne. In anderen Bereichen sehen sie auch Handlungsbedarf.
Dietmar Neuerer 23.08.2025 - 08:23 Uhr Artikel anhörenBahn-ICE 4 im Berliner Hauptbahnhof: Mitte Juni hatte der Bahnkonzern die sogenannte Familienreservierung abgeschafft. Foto: imago images/Aviation-StockBerlin. Union und Grüne sehen nach dem Weggang von Bahnchef Richard Lutz die Chance auf konkrete Verbesserungen für Fahrgäste.„Ein neuer Bahnvorstand sollte ein klares Signal an die Kundinnen und Kunden senden – die Rücknahme der umstrittenen Abschaffung der Familienreservierung kann ein solches, erstes Zeichen sein“, sagte der Verbraucherschutz-Beauftragte der Unions-Bundestagsfraktion, Sebastian Steineke (CDU), dem Handelsblatt. Der Grünen-Verkehrspolitiker Matthias Gastel sagte dem Handelsblatt, die Wiedereinführung der Familienreservierung „würden wir sehr begrüßen“.Mitte Juni hatte der Bahnkonzern die sogenannte Familienreservierung abgeschafft. Durch diese konnten Familien zum günstigen Pauschalpreis bis zu fünf Sitzplätze reservieren. Für Sitzplatzreservierungen muss eine vierköpfige Familie nun etwa doppelt so viel zahlen wie zuvor.Die Änderung löste bei Politik und Verbraucherverbänden große Empörung aus, Kritik kam auch aus der Bundesregierung. Bahnchef Lutz verteidigte die Abschaffung. Neben wirtschaftlichen Gründen nannte er einen wachsenden Missbrauch des Angebots durch übermäßige Platzbuchungen oder Mehrfachreservierungen.CDU-Politiker fordert Fokus auf Pünktlichkeit, Qualität und Preisstabilität des AngebotsLutz gilt schon seit Monaten als angezählt – wohl auch, weil unter seiner Führung die Bahn eine Negativschlagzeile nach der anderen schrieb. Vor allem die marode und kaputt gefahrene Infrastruktur sorgte für große Probleme. Eine Folge: Die Pünktlichkeit der Züge lässt seit Jahren nach.Der CDU-Politiker Steineke sprach von einer unbefriedigenden Lage. „Bahnfahren wird aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger in Teilen immer mehr zur Lotterie, bei der nicht klar ist, welche Verbindung heute Verspätung hat oder gar ausfällt“, sagte er. Auch die Kommunikation bei größeren Bauvorhaben, beispielsweise bei der Sanierung der Strecke zwischen Berlin und Hamburg, sei „ausbaufähig“ gewesen. Die Bahn brauche daher „eine Führung, die konsequent die Perspektive der Fahrgäste einnimmt und damit den Fokus auf Pünktlichkeit, Qualität und Preisstabilität des Angebots legt“.Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (r., CDU) und Bahnchef Richard Lutz: Neustart im September. Foto: Harald Tittel/dpaTatsächlich ist die Bahn von ihrem Pünktlichkeitsziel für 2025 deutlich entfernt. Im Juli waren die Züge häufiger verspätet als im gesamten Jahr. Lediglich gut die Hälfte der Fernzüge (56,1 Prozent) kam im vergangenen Monat pünktlich an, wie der Konzern mitteilte. Das waren fast sechs Prozentpunkte weniger als im Juli des Vorjahres.Als Gründe für die hohe Verspätungsquote werden die weiterhin vielen Baustellen genannt. Zudem führte die Hitzewelle Anfang Juli zu Böschungsbränden, die den Verkehr bremsten. Außerdem gab es Ende des Monats einen Brandanschlag auf die Infrastruktur, der zu Einschränkungen im Zugverkehr auf der hochfrequentierten Strecke Duisburg-Düsseldorf führte.Kommentar Der nächste Bahnchef darf keinen Dienstwagen bekommen! Christoph SchlautmannDer Grünen-Politiker Gastel geht nicht davon aus, dass die Probleme schnell behoben werden können. Es sei zwar zu begrüßen, dass ein „enormer Sanierungsstau“ abgearbeitet werde. Allerdings betreibe die Deutsche Bahn „kein gut abgestimmtes Baustellenmanagement“, mit dem ein möglichst hohes Maß an Streckenverfügbarkeit trotz Bautätigkeiten gewährleistet werde. „Daher werden Fahrgäste noch für einige Zeit mit einem unbefriedigenden Pünktlichkeitsniveau und Zugausfällen leben müssen“, sagte der Grünen-Politiker.Ruf nach Qualitätskontrollen durch unabhängige Dritte für die BahnSteineke fordert vor diesem Hintergrund Verbesserungen bei der Entschädigung von Reisenden. „Hier kann in puncto Digitalisierung und automatischer Verfahren noch nachgelegt werden“, sagte der CDU-Politiker. Steineke brachte zudem eine frühere Entschädigung bei Zugverspätungen ins Spiel. Man könne „auch über eine Absenkung der Schwelle von 60 auf 30 Minuten Verspätung nachdenken, um ein Zeichen zu setzen, dass die Bahn ihre Verantwortung gegenüber den Reisenden ernst nimmt“, sagte er.Anzeigetafel: Von ihrem Pünktlichkeitsziel für 2025 ist die Bahn deutlich entfernt. Foto: Fabian Sommer/dpa Verwandte Themen Deutsche BahnRichard LutzCDUBerlinSteineke plädiert zudem für Qualitätskontrollen durch unabhängige Dritte. Diese könnten eine sinnvolle Ergänzung bestehender Aufsichtsmechanismen sein. „Der Staat darf nicht einfach Milliarden für die Deutsche Bahn zuschießen, ohne sicherzustellen, dass sie auch ihre Aufgaben erfüllt“, sagte er. „Klare Zielvereinbarungen, Transparenz und Kontrollen sind notwendig, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen.“ Hier stehe natürlich auch der Bund als Eigentümer in der Verantwortung.Kommentar Bei der Deutschen Bahn wird Pünktlichkeit zur Fata Morgana Christoph SchlautmannAuch der Grünen-Verkehrsexperte Gastel hält es für unerlässlich, künftig die Belange der Bahnkunden stärker in den Fokus zu rücken. So müssten etwa die Bautätigkeiten „besser aufeinander abgestimmt werden, um trotz erforderlicher Sanierungen die Einschränkungen für den Bahnverkehr möglichst gering zu halten“, sagte der Abgeordnete. „Insbesondere bei Abweichungen von Fahrplänen müssen die Reisenden besser informiert werden.“ Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt






