Wer abends im Auto durch die Schwanthalerhöhe fährt, kennt das Problem: Minutenlang kreist man um die Häuserblocks, immer in der Hoffnung, doch noch einen Parkplatz zu finden. Währenddessen stehen nur ein paar Straßen weiter die Stellplätze eines Supermarkts leer. Der Markt hat geschlossen – sein Parkplatz aber ist durch Schranken abgesperrt. Genau hier setzt das Münchner Start-up Wemolo an.

Die drei Gründer von Wemolo (von links): Yukio Iwamoto, Jakob Bodenmüller und Bastian Pieper. Das Münchner Tech-Unternehmen hat sich auf KI-basiertes Parkraummanagement spezialisiert.

(Foto: Wemolo)

Gegründet von Jakob Bodenmüller, Yukio Iwamoto und Bastian Pieper, hat sich das Unternehmen in nur sechs Jahren vom WG-Projekt zum europäischen Marktführer für digitale, schrankenfreie Parksysteme entwickelt. Heute beschäftigt Wemolo rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mehr als 3200 Parkflächen in fünf Ländern laufen bereits über das System – täglich werden dort zweieinhalb Millionen Parkvorgänge registriert. „Das ist fast ganz Deutschland, das einmal im Monat über unsere Parkflächen fährt“, sagt Mitgründer Yukio Iwamoto.

Die Anfänge waren allerdings wenig glamourös: „Wir sind in München von Parkplatz zu Parkplatz gelaufen und haben uns gefragt, ob dort überhaupt Interesse an einem digitalen Parksystem besteht“, erinnert sich Jakob Bodenmüller. Erste Eigentümer zeigten sich interessiert, und das Team bastelte Prototypen – improvisiert mit GoPro-Kameras, wie man sie sonst vom Surfen oder Skifahren kennt. Aus diesen Versuchen entwickelte sich Schritt für Schritt ein Unternehmen, das inzwischen profitabel arbeitet und im vergangenen Jahr 40 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete.