Der erzielte Zolldeal zwischen den USA und der EU stellt die deutschen Hersteller von Maschinen und Anlagen nicht zufrieden. Die Einigung reduziert zumindest „etwas die Unsicherheit“, wird Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes VDMA, in einer Mitteilung zitiert. Die Absichtserklärung zu Stahl und Aluminium bleibe leider sehr unverbindlich. Das sei sehr bedauerlich, da viele Maschinenbaufirmen stark von der jüngsten Ausweitung der Stahl- und Aluminiumzölle betroffen seien. „Die Einigung auf 15 Prozent Zölle ist kaum mehr wert als das Papier, auf dem sie steht, wenn ständig weitere Produkte unter die Stahl- und Aluminiumzölle fallen, denn viele unserer Maschinen enthalten genau diese Materialien“, so Brodtmann.Im ersten Halbjahr 2025 lastet der Zollkonflikt schwer auf dem Industriezweig. Die Exporte sanken um nominal 3,4 Prozent, allein im zweiten Quartal um 4,1 Prozent. Maschinen sind nach Kraftfahrzeugen und -teilen das zweitwichtigste Exportgut. Dem Statistisches Bundesamt zufolge lagen die Ausfuhren 2024 bei knapp 218 Milliarden Euro, das entsprach einem Anteil von 14 Prozent an den gesamten Exporten Deutschlands in die Welt.Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland stehe aufgrund handelspolitischer Spannungen zunehmend unter Druck, heißt es in der Mitteilung vom Donnerstag. Im ersten Halbjahr 2025 seien Waren im Wert von gut 93 Milliarden Euro exportiert worden. Das zweite Quartal sei stark vom Zollkonflikt mit den USA geprägt, so der VDMA. Die wiederholten Zollandrohungen von US-Präsident Donald Trump sowie die Unsicherheit über das schlussendliche Ergebnis belasteten die Exporte in die USA erheblich. Die Ausfuhren in die USA fielen allein im zweiten Quartal um 9,5 Prozent. Sie sind mit Abstand der wichtigste Abnehmer deutscher Maschinen und Anlagen. Im ersten Halbjahr sanken die Exporte um sieben Prozent auf knapp 13 Milliarden Euro. Das waren gut 13 Prozent der gesamten Exporte.Die ökonomische und politische Unsicherheit habe in den vergangenen Jahren tendenziell zugenommen. Im Zuge des Zollkonflikts mit den USA habe sich diese Entwicklung rasant fortgesetzt. Viele Handelspartner weltweit seien mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert und reagierten ebenfalls verunsichert. „Aufgrund neuer Zolldrohungen und anhaltender Unsicherheiten rund um das Ende Juli ausgehandelte Zollabkommen dürften die Auswirkungen dieses Konflikts auch im dritten Quartal weiterhin spürbar sein“, so VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt. Auch die Exporte in andere wichtige Absatzmärkte enttäuschten. Die Ausfuhren nach China, dem zweitwichtigsten Abnehmer, fielen im Halbjahr um gut neun Prozent auf 8,2 Milliarden Euro.Die Hoffnungen auf die neue Regierung sind verflogen. Die Aufbruchstimmung direkt nach der Wahl sei gut und wichtig gewesen, heißt es in einer vor gut einer Woche veröffentlichten Bilanz von Hauptgeschäftsführer Brodtmann zu den ersten 100 Tagen Schwarz-Rot. Von einem Aufbruch sei inzwischen immer weniger zu spüren. Deutschland brauche ein „Standort-Upgrade.“
Deutsche Maschinenbauexporte sinken deutlich
Der Zollkonflikt belastet die deutschen Hersteller von Maschinen und Anlagen schwer









