Deutschland im Sommer 2025: Die Gewissheiten bröseln. Bei Lorenzo Corno in Schwabing kostet die Kugel Eis aktuell 2,70 Euro, im Biergarten gibt es anstelle von Radler jetzt Hopfen-Spritz mit Gurkenscheibe, die Bundestagspräsidentin ist mit einem Quizmaster liiert. Und wenn zwei Lager unterschiedlicher Couleur inhaltlich zusammenfinden, erreichen sie keine „Einigung“ mehr, sie „verständigen“ sich auch auf nichts, sie unterzeichnen erst recht kein „Abkommen“. Sondern sie „machen einen Deal“.
„Der nächste Big Deal von Eintrachts Sport-Vorstand Markus Krösche (44) mit der Premier League innerhalb eines halben Jahres!“, jubelte gerade der Sportteil der Bild. Womöglich sind die Kollegen einfach sehr wirtschaftsaffin. Wahrscheinlicher aber ist, dass der Große Sprachdiktator aus Washington die Vorlage geliefert hat. Und nicht nur die.
Weiß irgendeine müde Seele noch, was sich ursächlich hinter dem „Big Beautiful Bill“ verbarg? Ein ödes deutsches Bürokratenwort ist dafür selbstverständlich vorhanden, es lautet „Steuer- und Ausgabengesetz“. Viel lustiger und anspielungsreicher – zwinker, zwinker, Kinder, was sind wir heute wieder hinterfotzig! – ist es aber, dieses absurde Paragrafenwerk in die ihm angemessene Begrifflichkeit zu kleiden. Und wer könnte hier punktgenauer formulieren als der „White House Speech Pope Himself“? Ein „großes schönes Gesetz“ ist es für weite Teile der hiesigen Presse also geblieben (und selbst diese Zeitung, jedweder Zeitgeist-Marotte sonst mit Todesverachtung trotzend, ist diesbezüglich nicht ganz unschuldig).







