Der Plan der bayerischen Staatsregierung, das Strafjustizzentrum an der Nymphenburger Straße zu verkaufen, hat Streit mit der Münchner Rathausspitze ausgelöst. In einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), den von Bauminister Christian Bernreiter (CSU) angekündigten Verkauf zu stoppen – und dort stattdessen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

„Es wäre ein starkes Signal, wenn der Freistaat an dieser prominenten Stelle klar zeigen würde: Wir lassen die Münchnerinnen und Münchner nicht im Stich“, schreibt Reiter in dem Brief, den die Stadtverwaltung am Mittwoch veröffentlichte. Die Münchner „leiden seit Jahren unter einer angespannten Wohnsituation. Als Stadtgesellschaft erwarten wir von der Bayerischen Staatsregierung, dass sie ihrer Verantwortung nachkommt und im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgt.“

Genau das hatte der Freistaat zwischenzeitlich auch angedacht, sobald Gerichte und Staatsanwaltschaft ins neue Strafjustizzentrum am Leonrodplatz umgezogen sind. Kommendes Jahr sollen dort die ersten Prozesse stattfinden. Vergangene Woche teilte das Bauministerium mit, man wolle das alte Gebäude verkaufen.