Wann, wenn nicht im Sommer, kann man auch mal fünfe gerade sein lassen und die Dinge ein wenig lockerer angehen? Nicht nur in der Freizeit, da ohnehin, sondern auch im Job? Es ist schließlich Urlaubszeit. Die Hälfte der Kunden sonnt sich auf Mallorca oder an der Adria. Ein Gutteil der Kolleginnen fährt mit dem Campervan durch Schweden oder segelt zwischen den Inseln vor der kroatischen Küste umher. Und etliche der Unternehmen, die einen entweder beliefern oder aber einem wahlweise Waren oder Dienstleistungen abkaufen, haben gerade Betriebsferien. Es geht derzeit ohnehin nicht viel voran – wozu also auf vollen Touren schuften? Das wäre blanker Aktionismus, den einem niemand dankt und der im Ergebnis nichts einbringt.

Nun mag man einwenden, dass es freilich Branchen gibt, die einen Schlendrian nicht dulden können. Jeder Hektoliter Bier, der jetzt nicht gebraut wird, kann in wenigen Wochen natürlich auch nicht ausgeschenkt werden auf dem Münchner Oktoberfest. Die Arbeit von Polizisten und Feuerwehrleuten, Pflegern und Ärztinnen duldet in der Regel weder Aufschub noch Halbherzigkeit. Und auch in der Luftfahrt sowie daran gekoppelt bei der Flugsicherheit erscheint eine Laissez-faire-Haltung fragwürdig, ja problematisch.