Unscheinbare Buchtitel mögen, im Lichte der Aufmerksamkeitsökonomie betrachtet, von verlegerischem Wagemut zeugen. „Moralische Gefühle, moralische Wirklichkeit, moralischer Fortschritt“ könnte ein solcher Titel sein. Womöglich aber ist er in seiner an Einfallslosigkeit grenzenden Zurückhaltung schon wieder auffällig. Autor des auch im englischsprachigen Original entsprechend betitelten schmalen Werkes ist Thomas Nagel. Seit einem guten halben Jahrhundert bereichert er die transatlantische philosophische Diskussion um differenzierende Argumentationen, die sich nicht selten einem Entweder-oder verweigern. Einen Namen hat er sich in den Siebziger- und Achtzigerjahren gemacht, mit Publikationen übrigens, deren Titel durchaus mehr intellektuellen Charme verströmen als derjenige seiner neuesten, insbesondere: „Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?“ und „Der Blick von nirgendwo“.