Amerika und die Welt haben in den vergangenen sechs Monaten recht unterschiedliche Versionen von Donald Trump erlebt, jedenfalls im Umgang mit Russland und der Ukraine. Vor allem in den vergangenen drei Tagen. Da fragt sich der eine oder andere, welcher Trump der glaubwürdigere Trump ist und welcher Trump beim nächsten Mal auftreten wird.

Ende Februar warf der US-Präsident seinen ukrainischen Kollegen Wolodimir Selenskij aus dem Oval Office, weil Selenskij gewagt hatte, auf die Nöte seines angegriffenen Landes hinzuweisen und obendrein keinen Anzug trug. Die Bilder und Töne gingen um die Welt. Man konnte sich nicht erinnern, dass jemals ein Staatsgast in diesem ehrwürdigen Gebäude öffentlich so vorgeführt worden war.

Bei Trump scheint immer alles mega sein zu müssen

Am vergangenen Freitag dann empfing Trump seinen russischen Besucher Wladimir Putin mit großen Ehren inklusive Kampfjetbegleitung in Alaska. In Putins Auftrag hat die russische Armee die Ukraine überfallen; er ist wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen angeklagt. Den Zuhörern kam kein Widerwort Trumps zu Ohren, ganz anders als bei Selenskij. Dem hatte Trump vorgeworfen, mit dem dritten Weltkrieg zu spielen, und erklärt, er habe beim Krieg mit Russland schlechte Karten.