PfadnavigationHomeSportFußballBundesligaFC AugsburgTrainer Wagner„Ich möchte Profi-Fußballer werden, möchte Multimillionär werden! Das habe ich alles geschafft“Von Henning FeindtVeröffentlicht am 21.08.2025Lesedauer: 6 MinutenVom Nationalteam zum FC Augsburg: Sandro WagnerQuelle: Simon Koy/simon koyDen Posten bei der Nationalmannschaft hat er gegen den Job als Cheftrainer in Augsburg eingetauscht. Sandro Wagner spricht im exklusiven Interview über seine Ziele, seine besten Trainer und seine Lehren aus seiner Kindheit.Er ist für Millionen Fußball-Fans der spannendste neue Trainer in der Bundesliga. Sandro Wagner (37) hat seinen Vertrag als Assistent von Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) vorzeitig beendet und damit auch auf die WM 2026 verzichtet, weil er als Chefcoach in Augsburg allen zeigen will, was in ihm steckt. Im „Bild“-Podcast „Phrasenmäher“ spricht Wagner vor seiner Liga-Premiere in Freiburg über...► Wie der Spieler Sandro Wagner mit dem Trainer Sandro Wagner klarkommen würdeWagner: „Der Spieler Sandro Wagner wäre hoffentlich zufrieden mit dem Trainer Sandro Wagner, weil ich jeden Spieler so lasse, wie er ist. Ich will keinen in eine Schablone drücken. Wir haben auch hier ein paar Verrückte dabei, die verrückt bleiben und auch mal hochfahren dürfen. Ich möchte nur, dass sie wissen, dass ich jeden Ausraster sehe und weiß, was das für eine Wirkung nach innen und außen haben kann und diese spiegele ich ihnen auch.“► Wie ihn seine Kindheit im Sozialwohnungs-Viertel geprägt hatWagner ist in München-Sendling in einem Sozialwohnungs-Viertel aufgewachsen: „Ich würde nicht sagen, dass wir nichts hatten, aber wir hatten sehr wenig. Wir waren immer in einem grauen Innenhof, wo wir gegen die Garagen geschossen haben. Ich hatte ein paar deutsche Freunde, viele arabische, türkische und Balkan-Freunde. Ich bin multikulti aufgewachsen, deswegen kann ich heute auch mit jedem. Ich kann mit einem CEO eines großen Unternehmens genauso wie mit den Assis von der Straße, weil ich selbst ein Assi war und Assi bin irgendwie. Ich fühle mich in jeder Welt wohl – aber Sendling bleibt für mich immer die Essenz. Deswegen habe ich zum Beispiel auch vor nichts Angst. Was soll mir denn genommen werden? Ich hatte früher nichts und war auch glücklich.“ ► Wovon er als Kind geträumt hat„Ich habe meine Ziele früh visualisiert und schon als Kind Zettel geschrieben, was ich erreichen möchte: Ich möchte Profi-Fußballer werden! Ich möchte Nationalspieler werden! Ich möchte Multimillionär werden! Das habe ich alles geschafft. Darauf bin ich ein Stück weit stolz, wobei ich immer das nächste Ziel erreichen will, wenn ich eins erreicht habe.“Was würde er heute auf den Zettel schreiben? „Nur Gesundheit.“► Seine größte Macke„Ich habe einen – nennt man das Fetisch? Ich muss auf jeden Fall tagtäglich mein Auto saugen. Ich hasse Körner oder Steine, die rumliegen. Das ist zwar unangenehm für alle, die bei mir mitfahren, aber ich hasse eben dreckige Autos.“► Warum er sein Trainerbüro in Augsburg nicht neben der Kabine haben wollte und es verlegt hat„Ich möchte, dass die Spieler in der Kabine ihren Freiraum haben. Ich möchte nicht der Dompteur und vor allem kein Kontrolleur sein. Das habe ich als Spieler alles schon erlebt – und mochte es nie.“► Warum er schon früh Tagebücher über seine Trainer geschrieben hat„Mir war schon mit Mitte 20 klar, dass ich Trainer werden will. Damals habe ich angefangen, Ordner über meine Trainer anzulegen. Ich habe viele Dinge aufgeschrieben. Beispiel: Wenn wir zwei Spiele in Folge verloren hatten – wie verhält sich der Trainer in der Folgewoche? Wie tritt er am Tag danach auf? Wie vier Tage danach?“► Seine besten TrainerWer war der beste in der Struktur? „Julian Nagelsmann.“In der Taktik ? „Wahrscheinlich auch Julian Nagelsmann.“In der Ansprache und Kommunikation? „Jupp Heynckes, Peter Neururer, Horst Hrubesch, Jogi Löw hat auch eine krasse Ausstrahlung. Dirk Schuster in Darmstadt eine krasse Power. Da sind schon viele dabei gewesen.“In der Mannschaftsführung? „Jupp Heynckes. Weil er die Empathie und das Menschsein am meisten in den Mittelpunkt gestellt hat. Wenn Jupp etwas gesagt hat, hat keiner aufgemuckt oder gezuckt. Arturo Vidal zum Beispiel war einer meiner Lieblingsmitspieler bei Bayern. Der war natürlich ein Vogel, aber wenn Jupp gesagt hat: ,Leise jetzt!', dann war Arturo leise. Es war ein Segen, unter Jupp zu trainieren. Er hat auch im höheren Alter so eine geile Power gehabt. Seine Aura – Wahnsinn.“► Was das Wichtigste ist, was ein Trainer können muss„Du musst den Menschen verstehen. Der einzige Schlüssel, warum ich unter einigen Trainern so gut funktioniert habe, war, dass sie den Zugang zu mir als Mensch gefunden haben und wenn das so war, hätte ich sportlich auf dem Platz für sie getötet. Trainer wie Neururer, Schuster, Heynckes oder Nagelsmann haben den Schlüssel zu mir gefunden. Da bin ich marschiert wie eine 1. Bei Hrubesch auch, bei Löw eine Zeit lang auch – doch dann hat er den Schlüssel zu mir verloren.“Lesen Sie auch► Warum er nach dem EM-Aus 2024 im Viertelfinale (1:2 n.V.) gegen Spanien und dem Cucurella-Handspiel in die Schiri-Kabine stürmte„Ich hatte mit Rudi Völler über die Szene gesprochen und die Schiedsrichter hatten ihm gegenüber eine andere Begründung für die Szene genannt als mir. Mir wurde das auf dem Weg in die Kabine ganz anders erklärt und daher bin ich dann noch mal in die Schiri-Kabine. Ich wollte einfach wissen, was jetzt ihre Version ist – und die war leider auch in der Kabine so unfassbar widersprüchlich und einfach falsch, was mir dann gezeigt hat, dass sie sich von Sekunde 1 ganz klar verpfiffen und ganz klar falsch kommuniziert haben. Und das hat mich traurig und wütend gemacht. Ich habe da nicht rumgepoltert, und mir war klar, dass ich nichts ändern kann, aber sie haben das Ding nachweislich kaputtgemacht. Ich habe diese weinenden Gesichter in Stuttgart gesehen – und das ärgert mich bis heute. Wobei ich auch sagen muss, dass wir vor der eigenen Tür kehren müssen. Wir hätten das Spiel früher ziehen können.“► Wofür der Trainer Sandro Wagner stehen soll„Für Emotionen und taktische Finesse.“► Wofür Sandro-Wagner-Fußball stehen soll„Für Erfolg.“► Ob er eine Europa- und Meisterprämie im Vertrag bis 2028 hat(lacht) „Ich glaube, ich habe für alles Prämien.“► Ob er als Trainer erfolgreicher sein wird als als Spieler?„Ja, davon bin ich überzeugt. Ich bin für den Trainerjob auch viel, viel besser geeignet. Als Profi habe ich das Maximum aus meinen Fähigkeiten herausgeholt.“Als Spieler wurde er zweimal Meister mit Bayern und Pokalsieger. Also traut er sich auch Titel als Trainer zu? Wagner: „Ich mache es nicht an Titeln fest, aber ich habe Ziele und die sind im höchsten Regal. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass ich auf Strecke als Trainer erfolgreicher werde.“
Trainer Wagner: „Ich möchte Profi-Fußballer werden, möchte Multimillionär werden! Das habe ich alles geschafft“ - WELT
Den Posten bei der Nationalmannschaft hat er gegen den Job als Cheftrainer in Augsburg eingetauscht. Sandro Wagner spricht im exklusiven Interview über seine Ziele, seine besten Trainer und seine Lehren aus seiner Kindheit.










