Nach einem Spiel, das ihn alles gekostet hatte, wirkte Sandro Wagner wie ein Heißluftballon, aus dem die Luft entwichen war. Ohne größere Mimik und mit streckenweise kaum noch zu verstehender Stimme gab der ehemalige Nationalmannschafts-Co-Trainer seine Sicht auf den 3:1-Sieg seiner Mannschaft zum Besten. Nur um nach wenigen Sekunden zu sagen, dass er nicht mehr wisse, „was ich jetzt noch großartig sagen soll.“ Später, bei den Rückfragen, sagte er dann doch noch etwas. Dass er großen Respekt vor dem Trainerkollegen Julian Schuster habe, der gerade von den deutschen Sportjournalisten zum „Trainer des Jahres“ gewählt worden war. Oder dass er seinem Vorgänger „Herrn Thorup“ dankbar sei, dass dieser ihm eine solch intakte und lernwillige Mannschaft übergeben habe. Sandro Wagner, der Derwisch an der Außenlinie, war jetzt wirklich lammfromm.

Den offensichtlichen Energieabfall des Augsburger Cheftrainer-Novizen musste man als beruhigendes Zeichen nehmen. Schließlich pegeln sich irgendwann auch die spektakulärsten Überschüsse an Testosteron und Adrenalin wieder ein, entleert sich jeder Energiespeicher. Und Wagner hatte an diesem Nachmittag nun wirklich gezeigt, wie voll der bei ihm von Natur aus ist: Wie ein Perpetuum mobile war er über 90 Minuten die Außenlinie entlang gerannt, die Umrandungen der Coaching-Zone interpretierte er dabei allenfalls als unverbindliche Empfehlung.