Es gibt zwei Möglichkeiten, um von Waldsassen nach München zu gelangen: Entweder nimmt man die Autobahn bei Mitterteich und steht nach ungefähr drei Stunden im obligatorischen Stau an der Arena. Oder man schnappt sich eine Detailkarte und schlägt sich über Wondreb, Schwarzenbach und Neuenhammer in Richtung Süden durch. Die Straßen sind so schmal, dass Autos jedes Mal rechts ranfahren müssen, wenn ihnen eine Erntemaschine entgegenkommt. Und es sind gerade ziemlich viele solcher Monster im Oberpfälzer Wald unterwegs. Abends schimmert das Land goldgelb, kilometerlange Staubfontänen ziehen über die Felder, wenn die Mähdrescher den Weizen einbringen.
So eine Reise entlang der tschechischen Grenze wirkt stark entschleunigend, auch weil man alle paar Kilometer stehen bleibt. Zum Beispiel, um das Haus zu bewundern, das ein Sechzgerfan komplett in Weißblau gestrichen hat. Über der Garage prangt ein riesiges Vereinswappen. Schade nur, dass dort selten jemand vorbeikommt. Das Trafohäusl mit der Landschaftsmalerei darauf ist auch so eine Entdeckung. Oder die alten Frauen in der Lourdes-Grotte ein paar Kilometer weiter: Das Foto davon werde ihr Sterbebild zieren, verrät eine von ihnen.
Die Lourdes-Grotte bei Waldsassen ist nach dem weltberühmten Vorbild gebaut.






