PfadnavigationHomePolitikDeutschlandFinanzmisereBundesrechnungshof dringt auf Notmaßnahmen bei KrankenversicherungVeröffentlicht am 19.08.2025Lesedauer: 2 MinutenUntersuchung in einem KrankenhausQuelle: Getty Images/Luis AlvarezDer Bundesrechnungshof schlägt Alarm: Die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben bei der gesetzlichen Krankenversicherung wachse jährlich um bis zu acht Milliarden Euro. Kurzfristige Gegenmaßnahmen seien nötig – doch der Bund schiebe das Notwendige auf „die lange Bank“.Angesichts einer sich zuspitzenden Finanzmisere in der gesetzlichen Krankenversicherung schlägt der Bundesrechnungshof Alarm und verlangt kurzfristig Einsparungen. Das geht aus einem Bericht der Bonner Behörde an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor, der dem Nachrichtenmagazin „Politico“ vorliegt.In dem Schreiben heißt es, die Finanzsituation der gesetzlichen Krankenversicherung spitze sich zu. „Die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben wächst jährlich um 6 bis 8 Mrd. Euro. Bis zum Jahr 2029 könnte der Zusatzbeitrag auf 4,05 Prozent steigen. Dies dämpft das Wirtschaftswachstum.“ Der Bund schiebe notwendige Schritte jedoch „auf die lange Bank“.Lesen Sie auchDer Rechnungshof beklagt eine Nachgiebigkeit der Politik: „Ursächlich für den Ausgabenanstieg ist insbesondere die Abschaffung kostendämpfender Regelungen.“ Hinzu kämen technischer Fortschritt und die weitere demografische Entwicklung. Eine alternde Bevölkerung verstärkt die strukturelle Deckungslücke, „da – neben ohnehin wachsenden Ausgaben – mit Renteneintritt der Versicherten geringere Einnahmen zu erwarten sind“. Die Rechnungsprüfer fordern Einschnitte im System. „Aus Sicht des Bundesrechnungshofes sind ausgabenseitig Maßnahmen zu ergreifen, die kurzfristig die finanzielle Situation der GKV stabilisieren und alle relevanten Leistungsbereiche umfassen, insbesondere solche, in denen aktuell deutliche Kostensteigerungen zu verzeichnen sind“, heißt es in dem Papier.Lesen Sie auchVerzögerungen führten zu weiteren, vermeidbaren Ausgaben: „Dies gilt in besonderer Weise für die Krankenhausreform.“ Zentrale Elemente der Krankenhausreform, die Effizienzsteigerungen, eine Verlagerung hin zur ambulanten Versorgung und Qualitätssteigerung zum Ziel hätten, dürften nicht verwässert werden. Auch die Entbudgetierung von Teilen der ambulanten Versorgung müsse hinterfragt werden. Rasmus Buchsteiner ist Chief Correspondent Berlin bei „Politico“ Deutschland. Das „Playbook“ von „Politico“ Deutschland finden Sie hier.